Duisburg: CDU befürwortet Casino-Privatisierung

Duisburg: CDU befürwortet Casino-Privatisierung

Geht es nach der Landesregierung, soll die landeseigene Glücksspielgesellschaft Westspiel, zu der auch die Duisburger Spielbank gehört, in private Hände abgegeben werden. Die Duisburger CDU unterstützt dieses Vorhaben.

Auf die Duisburger Spielbank könnten einige turbulente Tage und Wochen zukommen. Die NRW-Landesregierung plant den Verkauf der landeseigenen Casinobetreibers Westspiel an private Investoren. Grund dafür sind schlechte Geschäftszahlen beim Jahresabschluss 2016. Westspiel unterhält in NRW derzeit vier Spielbanken, unter anderem auch das Haus in Duisburg. Doch was bedeutet die geplante Privatisierung eigentlich? Und ist das Duisburger Haus in Gefahr?

Glaubt man Marco Lippert, Pressesprecher von Westspiel, müssen sich die Mitarbeiter der Duisburger Spielbank keine großen Sorgen machen. "Das Duisburger Casino arbeitet wie alle unsere Häuser hochprofitabel", versichert er. Die Spielbank im Citypalais sei das mit Abstand besucherstärkste Casino in Deutschland.

Für den schlechten Jahresabschluss, der unter anderem Grund dafür sein soll, dass die Landesregierung einen Verkauf erwägt, liefert Lippert eine Erklärung. Westspiel habe über die sogenannte Spielbankabgabe etwa die Hälfte des Umsatzes direkt an die öffentlichen Kassen abgeführt. Das seien rund 40 Millionen Euro gewesen. "Erst danach wurden Kosten und Aufwendungen gedeckt. Somit verhält es sich komplett anders als bei herkömmlichen Unternehmen. Dort setzt die Steuerzahlung bekanntlich nicht am Umsatz, sondern am Gewinn beziehungsweise Verlust an." Unter dem Strich sei Westspiel in 2016 so mit 2,9 Millionen Euro ins Minus gerutscht. "Da aber bereits vorher die Spielbankabgabe gezahlt wurde, hat das Unternehmen quasi einen Überschuss von 37 Millionen Euro erwirtschaftet", erläutert Lippert.

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Nun ist es Lipperts Job, rote Zahlen in schöne Worte zu kleiden. Tatsächlich würde die Landesregierung gerne weitere Verluste vermeiden, in dem sie das Unternehmen in private Hände gibt. Ein Schritt, den im übrigen auch die Duisburger Politik begrüßen würde. Besonders die CDU verspricht sich von einer möglichen Privatisierung höhere Einnahmen für den städtischen Haushalt. "Zwölf Prozent ihres jährlichen Bruttospielergebnisses muss das Casino pro Jahr als so genannte Standortabgabe an die Stadt weiterleiten", sagt CDU-Sprecher Martin Krampitz. "Auf diese Weise nimmt die Stadt Duisburg bislang jedes Jahr einen Betrag von rund fünf Millionen Euro ein." Die CDU unterstütze deshalb den Vorstoß der Landesregierung hinsichtlich einer möglichen Privatisierung. "Wir stellen uns vor, dass die Einnahmen der Spielbank durch die Privatisierung auf Dauer steigen", sagt Krampitz. Diese Einnahmen könnten dann langfristig auch einen stärkeren Beitrag für die Stadtfinanzen leisten.

Auch ein möglicher Käufer scheint bereits gefunden. Wie der Bonner Generalanzeiger zuletzt berichtete, soll im Zusammenhang mit der Privatisierung immer häufiger der Name der Gauselmann-Gruppe fallen. "Natürlich haben wir ein grundsätzliches Interesse an der Übernahme", sagte Mario Hoffmeister, Leiter des Zentralbereichs Kommunikation der Unternehmensgruppe, dem Blatt. "Wenn das ein Thema werden sollte, hören wir uns das gerne an und entscheiden, ob es eine lohnenswerte Investition sein könnte."

(th)
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