Duisburg: Bus und Bahn für viele billiger

Duisburg : Bus und Bahn für viele billiger

Viele Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel können sich über sinkende Preise freuen. Zum einen werden Fahrten an den Niederrhein ab 2012 billiger. Zum anderen wird spätestens im November 2011 ein Sozialticket eingeführt.

Das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird billiger. Zwar nicht generell, aber dennoch werden viele Duisburger von zwei kommenden Veränderungen profitieren. Ab dem 1. Januar 2012 wird das Gebiet der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) Teil des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Noch davor, im Oktober oder spätestens November 2011, wird in Duisburg ein Sozialticket eingeführt.

Bis zu 83,5 Prozent billiger

"Bislang konnten Fahrgäste, die von Duisburg aus in das VGN-Gebiet an den Niederrhein wollten oder umgekehrt nur den relativ teuren NRW-Tarif wählen", erklärte Frank Heidenreich, CDU-Fraktionsvorsitzender in der VRR-Verbandsversammlung. Mit dem Beitritt der VGN in den VRR fällt dieses Problem weg. So kostet beispielsweise das Einzelticket nach Kleve dann nur noch zwölf statt bislang 17 Euro. Für Kinder reduziert sich der Betrag von 8,50 auf 1,40 Euro, was einer Ersparnis von 83,5 Prozent entspricht. Ein Pendler zahlt für ein Monatsticket nach Kleve dann statt 225 noch 104,66 Euro, und auch für Auszubildende und Schüler wird es billiger. Einige wenige Strecken wie beispielsweise das Einzelticket von Duisburg nach Wesel werden teurer. "Aber wer das weiß, der kann auch weiterhin den alten NRW-Tarif wählen", erläuterte Claudia Leiße, die für die Grünen im in der VRR-Verbandsversammlung sitzt. Unterm Strich würden die Fahrgäste aber deutlich entlastet.

Sozialticket für 29,90 Euro

CDU und Grüne waren es auch, die seit längerer Zeit für die Einführung eines Sozialtickets in Duisburg plädierten. "Die VRR-Verbandsversammlung wird am 7. Juli definitiv beschließen, dass das Sozialticket kommt", kündigte Heidenreich nun an, und Leiße ergänzte: "Spätestens im November, vielleicht sogar schon im Oktober dieses Jahres." Nach anfänglicher Ablehnung scheine nun auch die SPD den Plänen zustimmen zu wollen. Das Ticket soll 29,90 Euro im Monat kosten und zu Fahrten im gesamten Stadtgebiet berechtigen. Bezugsberechtigt werden Empfänger von unterschiedlichen Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld oder auch Wohngeld sein. "Damit haben wir sichergestellt, dass auch Geringverdiener einen Anspruch auf das Ticket haben und nicht nur Erwerbslose", sagte Heidenreich.

Auf zwei wesentliche Faktoren legen die Initiatoren des Tickets wert: 1. Die Genehmigung mit einem einfachen Stempel beispielsweise seitens des Jobcenters. Auf diese Weise entstehe keine neue Bürokratie. 2. Durch Fördergelder des Landes soll das Sozialticket für Kommunen und Verkehrsbetriebe kostenneutral sein. Bis August 2012 soll zudem der Erfolg der Einführung durch Experten nachgeprüft werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bus und Bahn: auf Streife mit den "Schwarzen Sheriffs"

(RP)
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