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Bundestagswahl: Duisburg hat den längsten Stimmzettel in ganz NRW

Die letzten Infos vor der Wahl : Duisburg hat den längsten Stimmzettel in ganz NRW

Mehr als 318.000 Duisburger sind am Sonntag aufgerufen, bei der Bundestagswahl ihre Stimme abzugeben – falls sie es nicht ohnehin schon getan haben. Wie die Vorbereitungen liefen, wie viele Helfer nötig sind und was man wissen muss.

An Auswahl mangelt es nicht. Der Stimmzettel für den Wahlkreis 116 (Duisburg II) ist der längste in ganz NRW. Das liegt an der Vielzahl der antretenden Parteien. 27 Möglichkeiten für die Zweitstimmenabgabe gibt es, dazu zwölf Direktkandidaten, darunter drei Einzelbewerber. Aber auch im Norden (Wahlkreis 115, Duisburg I) ist der Stimmzettel lang.

Wahlleiter Martin Murrack und Ralph Cervik, Leiter der Stabsstelle Wahlen, berichteten am Mittwoch von einem weitgehend reibungslosen Verlauf der Vorbereitungen. Im Gegensatz zur Kommunalwahl im vergangenen Jahr habe es nur wenig Beschwerden gegeben, etwa über nicht zugestellte Briefwahlunterlagen. Rund 75.000 Duisburger haben bereits gewählt. „Von knapp 102.000 Briefwahlanträgen haben wir bereits eine Rücklaufquote von 75 Prozent“, sagte Cervik. Murrack wertete dies als „in Ordnung“, zumal in den nächsten Tagen weitere Wahlbriefe eingehen werden. Briefwahlanträge sollten jetzt nicht mehr gestellt werden.

Briefwahl ist aber auch an den bekannten Standorten der Briefwahlstellen möglich, zum Beispiel in den Bezirksrathäusern. Wer Briefwahl beantragt hat, aber noch nicht gewählt hat, kann mit seinem Stimmzettel auch ganz normal am Sonntag in seinem Wahllokal abstimmen. In Duisburg sind mehr Frauen (165.129) als Männer (153.554, Stand: 20. September) wahlberechtigt, insgesamt also 318.683 Duisburgerinnen und Duisburger. Darunter sind 16.552 junge Menschen, die erstmals bei einer Bundestagswahl wählen dürfen.

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4200 Wahlhelfer sollen am Sonntag für einen reibungslosen Ablauf an den 157 Standorten dafür sorgen, dass alles reibungslos abläuft. An jedem Standort gibt es jeweils zwei Hygienekoordinatoren, die auf Abstände in Warteschlangen, Vermeidung von Gruppenbildungen und die Einhaltung der Maskenpflicht achten. „Ohne die Wahlhelfer wäre Demokratie nicht möglich“, erklärte Murrack. Der Älteste ist 86 Jahre alt, der Jüngste gerade 18 geworden. Drei haben es sich nicht nehmen lassen, trotz ihres Geburtstages am Sonntag das Ehrenamt zu übernehmen. „Ich werde versuchen, am Sonntag bei allen drei vorbeizukommen und zu gratulieren“, versprach der Wahlleiter. Wahlvorstände und Beisitzer sind geschult worden, unter anderem auch mit einer Online-Plattform und Schulungsfilmen, die es übrigens auch für die Hygienekoordinatoren gibt.

Dass es nicht so viele Pannen wie bei der Kommunalwahl gibt, ist für ihn sicher. So soll es keine Falschbezeichnung von Wahllokalen auf den Wahlbenachrichtigungen geben. Aber: „Irgendwas wird schief gehen“, so Murrack.

Dass ein Hausmeister verschläft und das Wahllokal nicht rechtzeitig öffnen kann, soll vermieden werden. „Es gibt eine Hotline beim Immobilien Managment Duisburg. Dann können sofort Kräfte von Octeo Services gerufen werden, die für den Zutritt sorgen“, sagte Cervik.

Pandemie-bedingt dürfen auch bei dieser Wahl keine Senioreneinrichtungen und Altenheime als Wahlstandort dienen. Für insgesamt 23 Standorte musste deshalb Ersatz gefunden werden. „Das hat zur Folge, dass wir weniger barrierefreie Wahllokale haben“, so Cervik. Mit mobilen Rampen versucht die Stadt, den Zugang zu einigen Wahllokalen zumindest barriereärmer zu gestalten.

Die Meinungsforschungsinstitute infratest dimap (die auch immer den ARD-Deutschlandtrend erstellen) und imap werden in insgesamt sechs Wahlbezirken Duisburger nach ihrer Stimmabgabe fragen, was sie gewählt haben. Diese Ergebnisse fließen dann in die deutschlandweite Prognose ein, die ab 18 Uhr einen ersten Trend aufzeigen soll, noch bevor erste Hochrechnungen möglich sind.