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Bundestagswahl 2021 in Duisburg: Das sind die Reaktionen der Parteien

Reaktionen zur Bundestagswahl in Duisburg : Zwischen Erleichterung und Frustration

Am Wahlabend gab es in Duisburg viele freudige Gesichter. Immerhin war früh klar, dass sich die Zahl der Bundestagsabgeordneten mindestens verdoppeln würde. Das waren die ersten Reaktionen der lokalen Kandidaten.

In Duisburg und im Bund wurde noch ausgezählt, da gaben vor dem Rathaus die Vertreter der Parteien bereits ihre ersten Einschätzungen ab. Bei SPD und Grünen herrschte lockere Stimmung, bei der FDP wurde gebangt, auch die AfD zeigte sich zufrieden. Enttäuschung war hingegen bei Linken und CDU zu spüren. Wobei Letztere keinen Vertreter vor das Rathaus schickten und nur telefonisch erreichbar war. Wir haben einige Stimmen gesammelt.

Bärbel Bas konnte sich ebenso wie ihr Parteikollege Mahmut Özdemir schon früh am Abend über den sicheren Wiedereinzug in den Bundestag freuen. Die SPD-Politiker gewannen wie erwartet auch bei dieser Wahl die beiden Duisburger Direktmandate. „Perfekt“ sei die Stimmung, sagte Bas, die sich sowohl mit dem persönlichen als auch mit dem Bundesergebnis zufrieden gab. „Es zeigt sich, dass sich das Zuhören und Ackern ausgezahlt hat“, sagte Özdemir. Er sprach von „Stimmen der Veränderung“, denen sich die Partei nun würdig erweisen wolle. Beide verwiesen auf den Wählerauftrag für Olaf Scholz und SPD. Dass Armin Laschet dennoch weiter für eine CDU-geführte Regierung wirbt, kann Bas dennoch verstehen. „Was soll er sonst auch machen.“

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Gelöst war die Stimmung auch bei Felix Banaszak und Lamya Kaddor. Was weniger am Bundesergebnis der Grünen als am persönlichen Erfolg lag. Beide werden künftig ebenfalls dem Deutschen Bundestag angehören. Sie wollten „grüne Politik für Duisburg umsetzen“, gab Banaszak zu Protokoll. Auf Bundesebene hätte sich der NRW-Landesvorsitzende hingegen mehr Stimmen für die Grünen erhofft. „Um Laschet als Bundeskanzler zu verhindern, haben wohl viele Menschen im Zweifel SPD gewählt, obwohl sie uns inhaltlich näher stehen“, vermutete Banaszak. Kaddor freute sich schon auf ihre künftigen Aufgaben in der Hauptstadt. „Auch wenn es jetzt nach Berlin geht, kann ich doch zumindest noch in ganz kleinem Umfang weiter Religionsunterricht geben – digital ist das sicher auch möglich.“

Thomas Mahlberg, Direktkandidat der CDU im Süd-Kreis und zugleich Partei- und Fraktionschef, sprach von einem „schlechten Ergebnis“ seiner Partei. „In Duisburg sind wir weitgehend dem Bundestrend gefolgt, insofern sehe ich keine lokalen Besonderheiten.“ Im Bund sieht er es nicht als selbstverständlich an, dass die SPD den Kanzler stellt: „Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen, deshalb fände ich es in Ordnung, wenn auch Armin Laschet in Sondierungsgespräche geht.“

Rainer Holfeld fand sein Duisburger Ergebnis als AfD-Kandidaten im Nordkreis „super“. Auch mit dem Bundesergebnis seiner Partei sei er trotz Verlusten zufrieden. Er wünschte sich am Abend, dass die CDU in die Opposition gehe, um sich als Partei zu erneuern.

Mirze Edis, Direktkandidat im Duisburger Süden, gab für die Linke das klarste Fazit des Abends ab. „Die Situation ist einfach nur scheiße“, sagte er. Da war noch nicht klar, ob es seine Partei überhaupt wieder in Fraktionsstärke in den Deutschen Bundestag schaffen würde. Edis machte hierfür interne Kämpfe innerhalb der Linken verantwortlich. „Es ist frustrierend.“

Charline Kappes (FDP) konnte am Abend noch nicht sicher sein, ob es zum Einzug in den Bundestag reichen würde. „Das wird eine lange Nacht. Aber ich bin auf jeden Fall darauf vorbereitet, nach Berlin zu fahren.“ Auf konstituierende Sitzung und die Fraktionsarbeit hat sie sich zumindest gedanklich schon mal vorbereitet, und auch was ihr Büro und ihre Mitarbeiter angeht, hat sie sich schon Gedanken gemacht. Und ihrem Arbeitgeber müsste sie auch noch Bescheid geben. „Am Montag habe ich aber ohnehin frei“, erklärte sie lachend.