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Bundestagswahl 2021 in Duisburg: Autor berichtet von Rassismus in Wahllokal

Vorfall bei Bundestagswahl : Duisburger Autor in Wahllokal „rassistisch angegangen“

Burak Yilmaz ist seit langer Zeit in der Extremismusprävention tätig und kämpft gegen Antisemitismus. Nun wurde er am Sonntag selbst Opfer von Diskriminierung. Dabei wollte er nur seine Stimme abgeben.

Für den Duisburger Pädagogen und Buchautor Burak Yilmaz verlief der Gang ins Wahllokal am Sonntag äußerst unerfreulich. Wie er beim Kurznachrichtendienst Twitter am Mittwoch schrieb, wurde er wegen seines Namens im Wahllokal vom Schriftführer „rassistisch angegangen“. Er habe sich in der Situation nur mit Mühe beherrschen können. „Der Sonntag war danach für mich gelaufen.“

Was der erwähnte Schriftführer genau getan hat, wollte Yilmaz am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion nicht preisgeben. Nur, dass es sich um einen „eindeutigen Fall“ gehandelt habe. Yilmaz hatte dem Wahlamt der Stadt Duisburg nach dem Vorfall ein Gesprächsprotokoll zukommen lassen. „Das Wahlamt war sehr kooperativ“, sagt Yilmaz. Sie hätten ihm mittlerweile mitgeteilt, dass der Schriftführer nicht mehr bei Wahlen eingesetzt werde. Der Kontakt sei so nett gewesen, dass Yilmaz sich für die nächste Wahl gleich selbst als Helfer angeboten habe. Das sei auch der Grund, warum er sich nicht weiter zu dem Fall äußern wolle. „Ich bin froh, dass das so geendet ist“, sagt er.

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Yilmaz Schilderungen erinnern an den Fall einer Frau aus Bergheim, der zunächst wegen ihres Kopftuchs die Wahl verweigert werden sollte. „Auch der Vorfall in Bergheim zeigt, dass Rassismus im Wahllokal keinen Halt macht“, schreibt Yilmaz bei Twitter. Der Duisburger arbeitet selbst in der Extremismusprävention, hat zuletzt sein Buch „Ehrensache: Kämpfen gegen Judenhass“ veröffentlicht.

Die Stadt äußerte sich am Donnerstag ebenfalls zu dem Vorfall. "Die Stabsstelle für Wahlen klärt derzeit den Sachverhalt gründlich auf. Ich bitte um Verständnis, dass wir dies zunächst abwarten wollen“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.