Duisburg: Büroleerstand ist historisch niedrig

Duisburg : Büroleerstand ist historisch niedrig

Der Immobilienverband Deutschland-West legt den Preisspiegel 2017 vor: Der Markt bei Gewerbeimmobilien gestaltet sich offenbar stabil. Die Büromieten in großen Stadtzentren ziehen leicht an.

Leichter Anstieg bei den Büromieten, Stagnation bei den Ladenmieten: So zeigt sich nach Einschätzung des Immobilienverbandes Deutschland-West (IVD West) derzeit der Markt für Gewerbe-Immobilien landesweit - aber auch für die Region Ruhrgebiet und die Stadt Duisburg. "In vielen Ruhrgebietsstädten," so skizzierte gestern der Axel Quester, 1. Stellv. Vorsitzende des IVD West, bei der Vorlage des neuen Preisspiegels 2017 die Lage, "ist der Büroleerstand historisch niedrig. In Duisburg beispielsweise beträgt er nur noch zwei Prozent der vermietbaren Fläche." Weswegen der Verband nicht mehr von "Leerstand" spricht, sondern von "verfügbarer Flächenreserve".

Im Verhältnis dazu entstünden auch in Duisburg zu wenige Büroneubauten. Meist würden Neubauten von Eigennutzern initiiert. Anders als an Standorten wie Düsseldorf oder Köln wollen oder können Investoren im Ruhrgebiet oft nicht in Vorleistung treten, auch wenn nach Einschätzung von Quester "derzeit die Vermietungsaussichten nie besser waren."

60.000 Quadratmeter Bürofläche wurden im vergangenen Jahr in Duisburg neu vermietet (von insgesamt ca 2,3 Mio. m²). Damit lag das Geschäft auf dem stabilen Niveau der Vorjahre. Gleichwohl erwartet Quester einen leichten Anstieg der Büromieten. Quester: "Die vier großen Ruhrgebietsstädte mit ausgeprägten Bürostandorten sind von der Preisentwicklung quasi im Gleichschritt und bewegen sich Richtung 15 Euro pro Quadratmeter", erklärt Quester. In Duisburg erzielt man derzeit einen Preis von 13,50 Euro pro Quadratmeter.

Quester zeigte sich kritisch zu der von Outlet-Investor Krieger am Montag gemachten Behauptung, Duisburg sei kein Büromarkt. Das, so Quester, sei Unfug. Krieger sei halt ein Möbel-Einzelhändler und nie ernsthaft in den Büro-Immobilienmarkt der Region eingestiegen. Das Güterbahnhofs-Areal, so Quester, sei "geradezu ideal für die Ansiedlung von Büro-Immobilien. Man muss es halt nur wollen." Von alleine komme allerdings nichts. Allerdings habe das geplante DOC am Hbf bereits jetzt schon einen hemmenden Effekt auf den Einzelhandel: "Beim Einzelhandel haben wir zwar an einigen Standorten Bewegung, aber insgesamt sind die Preise eher stagnierend." In Duisburg starre der innerstädtische Einzelhandel wie das Kaninchen auf die Schlange und warte auf die Entscheidung bezüglich des Outlet Centers. Die Projektplanung wirke somit investitionshemmend und führe zum Druck auf die Mietpreise.

85 Euro pro Quadratmeter könne man in Duisburg für ein Ladenlokal in 1-A-Lage erzielen. Nicht viel im Vergleich zu Düsseldorf (300 Euro/m²) oder Dortmund (220 Euro/m²). In so genannten B- und C-Lagen (Sonnenwall oder Münzstraße) in Duisburg würden sich die Ladenpreise mittlerweile den Büropreisen annähern, also auf die 15 Euro pro Quadratmeter zugehen.

Stabil mit leicht positiver Tendenz blieben nach Einschätzung des IVD die Preise für Gewerbegrundstücke. Quester: "Es sind seit Jahren immer viel zu wenige, die zur Verfügung stehen." Am teuersten landesweit seien die Grundstücke in Ratingen (310 Euro), noch vor der Landeshauptstadt. Von dieser Nachfrage versucht sich Duisburg in Großenbaum an der Stadtgrenze zu Ratingen ein Stück abzuschneiden, erzielt aber selbst dort nur Preise von 150 bis 160 Euro.

(RP)
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