Duisburg: Bürgerverein Mündelheim: Drechsler will aufhören

Duisburg: Bürgerverein Mündelheim: Drechsler will aufhören

Klaus-Dieter Drechsler will sein Amt als Vorsitzender niederlegen. Sein Fazit: viel Einsatz, wenige konkrete Ergebnisse.

Zwei Jahre bleibt Klaus-Dieter Drechsler noch im Amt. Zeit genug für die Mitglieder des Mündelheimer Bürgervereins, sich einen neuen Vorsitzenden zu suchen. Seinen Entschluss machte Drechsler auf der Jahreshauptversammlung Mitte März öffentlich, bei der er sich noch einmal bis zum Jahr 2019 im Amt bestätigen ließ.

Seit 2001 führt der 64-Jährige den Bürgerverein. Er könnte es sich einfach machen und damit argumentieren, nun endlich mehr Zeit für seine Familie haben zu wollen. Die beiden Enkelkinder würden sich mit Sicherheit darüber freuen. Den bequemen Weg geht der langjährige Vorsitzende allerdings nicht. In ihm ist immer stärker die Erkenntnis gereift, trotz allen Einsatzes "einfach zu wenig erreicht" zu haben. Das Engagement des Bürgervereins habe oft zu keinen messbaren Ergebnissen geführt. "Wir haben immer wieder versucht, vieles anzustoßen, um echte Verbesserungen für die Mündelheimer Bürger zu erreichen", sagt er. Ohne den gewünschten Erfolg. Als ermüdend bezeichnet Drechsler die endlosen Diskussionen mit Politik und Verwaltung, die am Ende in der Regel "nichts brachten".

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Auch die zermürbend langen Planungs- und Realisierungsphasen von Großprojekten empfindet der frühere IT- Fachmann als geradezu demotivierend. Als Beispiel nennt er die nach wie vor unbefriedigende Verkehrssituation in Mündelheim, die durch den starken Lkw-Verkehr auf der Uerdinger Straße verursacht wird und seit vielen Jahren ein Problem für die Bevölkerung darstellt. Erreicht hat man lediglich "einige kosmetische Änderungen in der Verkehrsführung" an der stark frequentierten B 288-Kreuzung. Mit der schon lange geforderten Anbindung des Schwerlastverkehrs über den Mannesmannacker sei auf Jahre nicht zu rechnen. Klaus Drechsler: "Das Ganze ist mit dem Ausbau der B 288 zur Autobahn verknüpft. Dieses Projekt ist zwar jetzt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden, steht da aber ziemlich weit hinten." Damit ist für ihn klar: "Eine schnelle Lösung wird es nun mit Sicherheit nicht geben."

Das Thema Deich bewog ihn 1997 dazu, in den Bürgerverein einzutreten. Die Fertigstellung des neuen Deiches wird Drechsler von der Terrasse seines Hauses an der Kegelstraße miterleben können. Dann wird er sein Amt schon in andere Hände gelegt haben, denn fertig werden wird der neue Deich - weit nach den Planungen - erst im Jahr 2021. Ganz so erfolglos war der Bürgerverein unter Klaus Drechslers Regie aber nun doch nicht. Der Vorsitzende erinnert sich noch gut daran, als man sich gemeinsam mit den Sermern gegen die plötzlich geänderten Flugrouten zur Wehr setzte. Die Änderungen, die für eine hohe Fluglärm-Belastung im Süden sorgten, wurden aufgrund der Proteste wieder zurückgenommen. Einen Wunsch hat Klaus Drechsler noch für die letzten beiden Jahre seiner Amtszeit: "Es wäre toll, wenn einfach öfter gehandelt wird und jemand die Schüppe in die Hand nimmt."

(RP)
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