Duisburg: Bürgerverein gegründet

Duisburg: Bürgerverein gegründet

Viele Sermer sind mit der bisherigen Bauplanung für die Bundesstraße 288 nicht zufrieden. Sie sehen darin "einen Eingriff in den Charakter des Dorfes". Auf dem Spiel steht auch der Festplatz.

Weit mehr als die erwarteten 100 Interessierten kamen zur Gründung des Sermer Bürgervereins in den Gesellschaftsraum des Landgasthofes Schenke. Die Veranstaltung hatte das Ziel, die Bürger über die bisherige Bauplanung zum Ausbau der B 288 zu informieren und zugleich die Gründung des Vereins zu vollziehen. Die Idee einen Verein zu gründen und dadurch Mitspracherecht bei den Bauplänen zu erlangen, stammt von den beiden Sermern Rainer Kreh und Bernd Baumann.

"Eine kurzfristige Bürgerinitiative, die Demonstrationen organisiert und einfach Nein sagt, möchten wir nicht sein." Vielmehr wollen sie als Institution wahrgenommen werden, um eine möglichst sachliche Diskussion mit den Verantwortlichen zu führen. Konkrete Vorschläge und Alternativen zum jetzigen Bauvorhaben sollen vorgelegt werden, wobei die Unterstützung vieler Sermer nicht fehlen darf.

Doppelt so breit wie bisher

Mit den jetzigen Plänen ist man in Serm unzufrieden und fühlt sich von den Behörden vergessen. Die Befürchtung der Bewohner, dass der zukünftige Eingriff in den Straßenverkehr auch ein "Eingriff in den Charakter des Dorfes" sein wird, war nachvollziehbar. Nachdem Straßen.NRW im Oktober vergangenen Jahres eine grobe Vorplanung für den Ausbau der jetzigen B 288 zur Autobahn A 524 vorlegte, erregten sich in Serm die Gemüter. Die Autobahn wird wahrscheinlich doppelt so breit sein als die B 288 und bis dahin erstmal eine Dauerbaustelle. Was für die Bewohner Serms besonders ärgerlich ist: Der Festplatz des Dorfes steht auf dem Spiel. Die jährlichen Schützenfeste, Karnevalsveranstaltungen sowie das Oktoberfest und weitere Veranstaltungen können nicht mehr wie bisher stattfinden, denn Straßen.NRW plant, eine Überführung über den Sermer Festplatz zu bauen. Andernfalls muss der Verkehr aus den Nachbarorten Huckingen und Ungelsheim über die "Dorfstraße" oder "An der Bastei" gelenkt werden.

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Auch diese zwei Varianten bringen enorme Nachteile mit sich, erklärt Rainer Kreh. Die engen Straßen, die eher an Gässchen erinnern, müssten völlig saniert werden, außerdem befinden sich ein Kindergarten und eine Grundschule in nächster Nähe.

Alternativen anbieten

Ob denn eine Autobahn überhaupt gebaut werden muss, wird gefragt. "Es steht in den Sternen, ob die Pläne aufgehalten werden können. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir rechtzeitig eine Alternative zu den Bauplänen anbieten können", antwortet Baumann. Die Initiatoren waren zufrieden mit dem Ablauf des Abends.

(RP)