Viele Einwände gegen Baupläne in Duisburg-Rahm

Rahmerbuschfeld : Rahm: Viele Einwände gegen Baupläne

Das Pfarrheim St. Hubertus platzte am Donnerstagabend aus allen Nähten, als bei der öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung Süd der Bebauungsplan Rahmerbuschfeld vorgestellt wurde.

Das Interesse bei den Bürgern an der Detailplanung war riesengroß, die Stimmung angespannt, konzentriert und von Kritik geschwängert. Nachdem Mitarbeiter des Amts für Planung und Stadtentwicklung viele Details zum geplanten Gebiet vorgestellt haben, auf dem 65 Doppelhäuser und Einfamilienhäuser entstehen, dazu ein Vollsortimenter mit 1300 Quadratmeter Fläche, der die Nahversorgung von Rahm sichern soll, erlaubte Bezirksbürgermeisterin Beate Lieske (SPD) den Zuhörern, ihre Fragen zu stellen.

Und die waren vielseitig. Roswitha Ludwig war extra aus Buchholz gekommen, um ihre Einwände zu erheben. „Typisch ist das Bauvorhaben im Duisburger Süden, das nach und nach Freiflächen zerstört. Auch im Rahmen des Klimawandels ist das Projekt kritisch zu sehen. Außerdem möchte ich wissen, ob diese Häuser für Duisburger gebaut werden? Unser Oberbürgermeister Sören Link hat betont, dass er gern die Düsseldorfer nach Duisburg holen will.“ Ein alteingesessener Rahmer, der seit 64 Jahren auf dem Grünen Weg wohnt, bemerke: „Diese Häuser werden so teuer sein, dass die Leute aus der Mittelschicht, Handwerker, Polizisten, Krankenschwestern sich sie nicht werden leisten können. Warum schaffen sie hier keinen Wohnraum für solche Menschen? In den letzten Jahren sind mehr und mehr Leute von außerhalb nach Rahm gezogen, die mit dem Brauchtum hier nichts am Hut haben. Damit geht der Zusammenhalt verloren.“ Eine 13-jährige Anwohnerin möchte wissen: „Wenn in die 65 geplanten Häuser Familien mit Kindern ziehen, in welche Kitas sollen sie gehen, vor allem in welche Grundschule? Die ist schon jetzt komplett überfüllt.“ Dr. Raimund Müller, Anwohner von der Angermunder Straße, sorgt sich um den Verkehr. „Der Zustand der Angermunder Straße ist schon seit mehr als 15 Jahren marode und schlecht. Es fehlen Radwege, es gibt viele Gefahrenbereiche beim Abbiegen. Wie soll das bewerkstelligt werden?“ Des weiteren fragte er nach dem Brandschutz, Fluchtwegen und der Kanalisation für die Neubürger.

Die Engstelle an der Angermunder Straße in der Kurve besorgt schon jetzt viele Bürger. Dass die Anwohner, die gleich nebenan vor Jahren ihre Häuser gebaut haben, sauer sind, kam zum Ausdruck. Timo Bauer: „Wir wohnen gleich angrenzend an das Baugebiet. Dass unser Blick durch die neuen Häuser zugeballert wird, damit müssen wir leben. Aber wir befürchten, dass hier alle 65 Häuser gleich aussehen werden und wir eine Retortenstadt bekommen werden. Dabei hat gerade Rahm eine individuelle Bebauung, die den ländlichen Charme noch unterstreicht.“ Er betonte lautstark, unter Applaus der Anwesenden, dass sich die Verwaltung auf heftigen Widerstand einstellen müsse. Fazit der Veranstaltung, die große Resonanz bekommen hat, weil die Planung die Rahmer umtreibt: Sie lehnen die Bebauung im Grunde ab. Zu viele Häuser im neuen Baugebiet, zu wenig vorgesehener Parkraum, keine verkehrliche Anbindung, ein Nahversorger am Ortsrand und nicht zentral, die Vernichtung von Naturschutzgebiet.