Bürgerinitiative will Bebauung im Rahmerbuschfeld im Duisburger Süden verhindern

Streit um geplante Bebauung : Rahmerbuschfeld ist kein FFH-Gebiet

Ganz tief im Duisburger Süden, 50 Meter von der Stadtgrenze Düsseldorf entfernt, liegt das heiß umstrittene Gebiet. Hier kollidieren die Interessen der Stadt, die die zehn Hektar mit 88 Einfamilienhäusern und einem großen Supermarkt samt 80 Parkplätzen bebauen will, mit denen der Bürgerinitiative Naturerhalt Rahmerbuschfeld.

Die Bürgerinitiative hatte sich wie berichtet im Juni gegründet, um Flora und Fauna zu erhalten. Ihr Argument: Eine geplante Bebauung könne dazu führen, dass die Erhaltungsziele des FFH-Gebiets (Flora Fauna Habitat) „Überanger Mark“ innerhalb der Pufferzone von 300 Metern nicht beachtet werden und so vom Aussterben bedrohte Tierarten wie die Feldlerche und der Wiesenpieper vertrieben würden.

Die Stadt hält dagegen. Auf Anfrage unserer Redaktion teilte die Verwaltung mit, dass sich das Bebauungsplanverfahren Rahmerbuschfeld sowie die dazugehörige Flächennutzungsplanänderung derzeit in der Aufstellung befänden. Dabei seien die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und die Behördenbeteiligung bereits erfolgt. Das Wichtigste aber: Das Plangebiet sei kein FFH-Gebiet. Es sei vielmehr Teil des Landschaftsschutzgebietes „Landwirtschaftliche Flächen in Rahm-Ost“ und liege innerhalb des 300-Meter-Puffers zur Überanger Mark.

Der Puffer, so heißt es, schließe eine bauliche Entwicklung nicht aus, sondern bedürfe einer näheren Betrachtung, die gegenwärtig gutachterlich erfolge. Den besonderen Bedingungen zwischen Siedlungsraum, Landschaftsschutzgebiet und FFH-Gebiet werde im Bauleitverfahren angemessen Rechnung getragen.

Noch in der Sitzung der Bezirksvertretung-Süd am Donnerstag äußerte sich Hartmut Ploum, SPD-Fraktionsvorsitzender, zu dem zurzeit viel diskutierten Thema Bauen im Duisburger Süden: Es sei extrem wichtig für die Stadt, gut betuchte Leute aus Düsseldorf mit einem attraktiven Angebot an Immobilien anzuziehen. Denn mit dem verfügbaren Nettoeinkommen gehöre der durchschnittliche Duisburger zu den fünf ärmsten Städten der Nation. Selbst die Menschen aus dem polnischen Grenzgebiet hätten mehr Geld zur Verfügung. „Und wer nicht möchte, die Menschen mit einem attraktiven Angebot hierher zu holen, der hat aufgegeben, für diese Stadt zu kämpfen!“