Duisburg: Bürgerinitiative fühlt sich übergangen

Duisburg : Bürgerinitiative fühlt sich übergangen

Der Rat hat über die Zukunft des Homberger Kombibades entschieden. Der Einwohnerantrag soll damit erledigt sein. Die Bürgerinitiative sieht das ein wenig anders und bemängelt, dass ihre Anregungen nicht politisch beraten wurden.

Mit gemischten Gefühlen haben die Mitglieder der Bürgerinitiative für den Erhalt des Homberger Kombibades die jüngste Sitzung des Rates der Stadt verfolgt. Sie erlebten, dass nur die FDP gegen die Verwaltungsvorlage stimmte. Der Freibadbetrieb wird ab der Saison 2014 also von Duisburg-Sport fortgeführt; Duisburg-Sport bekommt dafür eine Erhöhung des Betriebskostenzuschusses in Höhe von 300.000 Euro jährlich. Das Hallenbad betreibt der Duisburger Schwimm- und Sportclub (DSSC). Duisburg-Sport wird zudem beauftragt, Betreiber für die Gastronomie und die Saunen zu suchen.

Die vorangegangene Debatte im Plenum war durchaus hitzig. "Das ist eine Beerdigung erster Klasse für das Kombibad. Die Finanzierung durch die Anschaffung eines neuen städtischen Radarwagens ist ein Stück aus dem Tollhaus", sagte FDP-Fraktionschef Wilhelm Bies. Sportdezernent Reinhold Spaniel sprach dagegen von einem "vertretbaren Kompromiss". Rainer Enzweiler (CDU) erinnerte daran, dass sich die Bezirksvertretung einmütig für den Erhalt des Kombibades ausgesprochen hatte, SPD, Grüne und Linke im Rat dann aber einen anderen Weg gewählt und zunächst für die Schließung des Freibadbereiches gestimmt hatten. Auch eine interkommunale Kooperation mit den Moerser Stadtwerken sei gar nicht erst ernsthaft geprüft worden. Elke Patz (SPD) konterte, die Christdemokraten hätten sich beim Freibad Toeppersee in Rheinhausen nicht anders verhalten. Claudia Leiße (Grüne) sagte, sie sehe durchaus Raum für weitere Lösungen im Sinne der Bürgerinitiative. "Das ist auch ohne Haushaltsverschlechterung möglich", meinte sie.

Michael Horz vom Vorstand der Bürgerinitiative sagte nach der Sitzung: "Wir sind grundsätzlich froh, dass das Freibad erhalten bleibt. Das ist schon ein Erfolg." Womit man aber nicht zufrieden sei, sei die Regelung für das Hallenbad. Hier hätte man sich vor allem freien Zugang für alle Bürger gewünscht — und nicht nur zu eingeschränkten Zeiten für Vereinsmitglieder.

Was der Initiative vor allem ein Dorn im Auge ist, ist der hinzugenommene Ergänzungssatz zu dem Beschluss: "Das Verfahren des Einwohnerantrags ist somit abgeschlossen." Gemeint ist der Einwohnerantrag, den die Initiative am 28. August gestellt und in dem sie verschiedene Vorschläge gemacht hatte, wie man das Kombibad in seiner bisherigen Form erhalten könnte — unter anderem, indem man die Attraktivität steigert und somit für mehr Besucher und damit höhere Einnahmen sorgt; oder indem man durch energiesparende Maßnahmen die Betriebskosten deutlich reduziert.

"Das alles wurde komplett ignoriert", sagt Horz. "Wir haben so viele Ideen für den Weiterbetrieb des kompletten Bades, aber man hat uns nie angehört." Man sei zwar eines Tages ins Rathaus eingeladen worden. Da habe man sich aber nur anhören dürfen, wie das neue Betreiberkonzept aussehen soll, und sei um Zustimmung gebeten worden. Und, was noch schwerer wiege als die Nicht-Beteiligung der Bürgerinitiative an der Entscheidungsfindung: "Bis heute hat die Stadt es versäumt, unseren Einwohnerantrag politisch beraten zu lassen, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet ist", sagt Horz. Man könne einen solchen Antrag nicht einfach so vom Tisch wischen, so wie es jetzt geschehen sei.

(RP)