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Duisburg: Buchstaben werden zum Kunstobjekt

Duisburg : Buchstaben werden zum Kunstobjekt

Die Ratinger Künstlerin Ulla Clemens stellt zurzeit ihre Werke in der Bezirksbibliothek Buchholz an der Sittardsberger Allee aus. Bei ihrer Arbeit spielt die Schreibmaschine eine wichtige Rolle.

Mit der Schreibmaschine schreibt heute kaum noch jemand. Ulla Clemens jedoch nutzt ihre Olympia, die Anfang der 70er Jahre gebaut wurde, noch immer regelmäßig. Denn das, was sie schreibt, verwandelt sich nach mehrmaliger Bearbeitung in ein Kunstwerk. Diese Arbeiten sowie Aquarellarbeiten und Skizzen sind jetzt bis Ende Februar in der Bezirksbibliothek Buchholz an der Sittardsberger Allee zu sehen.

"Das Spiel mit den kleinen Dingen" nennt Ulla Clemens aus Ratingen ihre Ausstellung. Die kleinen Dinge sind beispielsweise die Buchstaben der Schreibmaschine, die sich übereinanderlagernd auf Büttenpapier oder Taschentüchern zu Mustern vereinen. "Was daraus entsteht, entwickelt sich erst nach und nach", sagt die Künstlerin. Manchmal nehmen die Kunstwerke auch eine ganz andere Richtung als zunächst gedacht. Mal sind es kleine Tierelemente, mal filigrane Formen oder Anordnungen, die wie Stickmuster aussehen. Bei ihrer Konzeptarbeit hat Ulla Clemens immer wieder den selben Satz übereinandergeschrieben, allerdings versetzt. Einmal, gesteht sie, hat sie sich dabei bei einem Buchstabend vertippt. Bewusst hat sie diesen Fehler stehenlassen.

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Für ihre neueren Arbeiten nutzt Ulla Clemens den Computer. Damit kann man zwar nicht übereinander schreiben, dafür aber verschiedene Lagen übereinander drucken. So hilfreich die Technik auch ist, sie ist auch anfällig. Weihnachten stellte plötzlich der Drucker seine Arbeit ein. "Es ging gar nichts mehr", sagt Ulla Clemens. Auch ihre alte Schreibmaschine hatte Ulla Clemens schon in Reparatur. Noch eine wird allerdings nicht möglich sein, hat ihr der Fachmann bereits gesagt. Dabei wird das alte Schätzchen ganz schön strapaziert. Denn Ulla Clemens spannt nicht nur Büttenpapier zwischen die Walzen, sondern eben auch Taschentücher und Stoffe.

Ihre Leidenschaft für die Schrift kommt nicht von ungefähr. Ulla Clemens hat zunächst Buchgestaltung studiert. Nach ihrem Abschluss nahm sie ein weiteres Studium der bildenden Kunst auf. Und so hielt die Schrift Einzug in ihr künstlerisches Schaffen. "Eine Schreibmaschine bietet zunächst einmal kaum Möglichkeiten, etwas zu machen", sagt sie. Doch gerade diese Beschränkung wollte sie aufheben und schauen, was alles möglich ist.

Ende der 90er Jahre hat Ulla Clemens mit ihren Arbeiten begonnen. Sie hatte bereits diverse Ausstellungen im Rhein-Main Gebiet und hat den Kulturpreis Mettmann in der Kategorie Grafik gewonnen. Nach Buchholz kam sie jetzt eher zufällig über eine Freundin. Die hatte mitbekommen, dass die ursprünglich für diesen Zeitraum geplante Ausstellung in der Bezirksbibliothek ausfallen musste. Ulla Clemens sprang spontan ein, und seit Donnerstag hängen ihre Werke an den Wänden der Bezirksbibliothek.

Ihre ungewöhnliche Kunst hat Ulla Clemens inzwischen längst zum Hauptberuf gemacht. Immer wieder beschäftigt sie dabei die Frage, wo fängt Schrift an und wo hört sie auf. Bei der Suche nach der Antwort ist Ulla Clemens hartnäckig. Selbst wenn eine Arbeit nicht so recht werden will, macht sie weiter. "Ich gebe ein Bild sehr selten auf", sagt sie.

Die Ausstellung in der Bezirksbibliothek ist bis zum 27. Februar jeweils während der Öffnungszeiten zu sehen und zwar dienstags bis freitags jeweils von 10.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr. Montags hat die Bezirksbibliothek geschlossen.

(RP)