Duisburg: Brüche und Linien ab Freitag im Duisburger Kunstverein

Duisburg : Brüche und Linien ab Freitag im Duisburger Kunstverein

Etwa 130 Mitglieder zählt der Kunstverein Duisburg in Kasslerfeld. Im vergangenen Jahr feierte der Verein sein zehnjähriges Bestehen mit einer elfteiligen Ausstellungsserie, die von Goethes Farbenlehre inspiriert war.

Auch in diesem Jahr werden sich im Atelierhaus am Weidenweg 10 in Kasslerfeld (fast noch Innenstadt) die etwa 80 aktiven Künstler des Vereins (die anderen sind fördernde Mitglieder) in verschiedenen Sonderausstellungen vorstellen. Die erste der drei geplanten Sonderschauen wird am Freitag, 1. Juni, 19 Uhr, eröffnet. Unter dem Motto "Brüche und Linien" präsentieren elf Künstlerinnen und ein Künstler höchst unterschiedliche Arbeiten. Hier eine Kurzvorstellung:

Gabriele Weide arbeitet mit handfesten Materialien wie Marmormehr auf Holz. Dabei nutzt sie den Spachtel, um reliefartig Brüche und Linien zu gestalten, die Seh- und Tastsinn gleichermaßen ansprechen. Marayle Küpper beschäftigt sich mit dem Meer, das sie in seiner wellenartigen Schönheit, aber auch mit der Gefährdung durch Verschmutzung malt. Maria Berndt malt Menschengestalten, die sie aber nicht abbildhaft, sondern als "innere Landschaften" auffasst. Besonders beeindruckend ist ihre "Trümmerfraukönigin", eine posthume Liebeserklärung an ihre Großmutter.

Die Fotografin Silvia Thimm spielt in ihren "Sphärenfarben"-Aufnahmen mit Lichtbrechungen in Landschaftsszenerien. Ihre Fotografien sind realistisch, haben aber dennoch eine magische Wirkung. Gisa Möller kombiniert das Ausstellungsmotto mit Motiven der Brücke und des Neuanfangs. Ein fruchtbarer Ansatz.

Margret Roters lässt bei ihren abstrakten Gemälden die Farben fließen, wobei sie sehr vorsichtig leitend eingreift. Gebrochene Linien werden bei ihr zu Strukturelementen; Stimmungen erzeugt sie durch Farben, die sie mit dem Kürzel "G" (Gelb) und "S" (Schwarz) leicht ironisch angibt. Monika Hoffmann ist eine Bildhauerin, die mit bearbeiteten Steinen arbeitet. Auf einer Marmorplatte platziert sie zwei Steine, die in einen Dialog treten. Eine Arbeit, die Auge und Seele erfreut. Farbsatte, abstrakte Ölgemälde mit überaus sympathischer Wirkung zeigt Willy Weiß, der das Motto "Risse und Brüche" behutsam, aber deutlich beherzigt. Karin Dauenheimer zeigt wirklich schöne, horizontal geschwungene und ornamental wirkende Farbschlängelungen, die verspielt, aber dennoch präzis durchstrukturiert wirken. Einen "Dreiklang" als Skulptur zeigt Ingrid Handzlik, die sich weder in eine abstrakte, noch in eine figürliche Schublade verorten lässt. Warum auch?! - Überaus facettenreich sind die Radierungen von Ursula Ribbeck. Sie selber spricht mit einem Lächeln im Gesicht von "Wimmelbildern". Der Titel eines ihrer Werke zeigt den Witz der Künstlerin: "Herr und Frau Baselitz auf Tauchgang vor Milos." Angela Schäfer schließlich stellt ihre raffinierten Figurinen aus, die aus einfachen Materialien bestehen, aber ungemein ansprechend wirken. Da ist auch bildhauerische Akrobatik dabei.

Die Ausstellung ist nur am Freitagabend, am Samstag von 14 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen. Es lohnt sich!

(pk)
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