Briefmarken sammeln in Duisburg: Eine endlose Leidenschaft

Sammeln : Eine endlose Leidenschaft

Rund 50 Sammler trafen sich zur Briefmarkentauschbörse, um rare Sammlungen schätzen und verkaufen zu können. Manche Marke ist richtig teuer.

(cc) Am Sonntag luden die Duisburger Briefmarkenfreunde zu einem Tauschtag in das Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde St. Judas Thaddäus ein. Knapp 50 Interessierte kamen, um ihre Schätze zu tauschen und zu verkaufen. „Normalerweise kommen mehr, das ist immer wetterabhängig“, sagt Ruth Kühn (51), Organisatorin der diesjährigen Veranstaltung. Ihr Mann Klaus Kühn (63), ist ein bekannter Philatelist und Auktionator, der an diesem Wochenende verschiedene Sammlungen begutachtet und schätzt.

„Die meisten Sammlungen sind aus den 1960er bis 1990er Jahren. Genau in dieser Zeit fing jeder an zu sammeln“, erzählt Kühn. Er selber fing schon in der Grundschule damit an, Briefmarken zu sammeln. Heute hat er sich auf Briefmarken und Briefe aus Duisburg spezialisiert.

Auch Rentner Peter Lohmer (68) ist seit mehreren Jahren dabei und kann mittlerweile eine umfangreiche Sammlung sein Eigen nennen. „Ich muss was zu tun haben, ganz ohne Arbeit geht nicht“, sagt Lohmer.

Normalerweise besucht Herbert Ewers (80) Tauschbörsen nur mit seinem Partner, der dieses Mal aus Krankheitsgründen zu Hause bleiben musste. „Es muss immer jemand am Tisch bleiben, sonst werden Sachen geklaut“, beschwert sich Ewers. Der Rentner hat sich auf Briefmarken aus der Schweiz spezialisiert: „Optisch gesehen, sind sie sehr schön.“ Durch Reisen in die Schweiz entdeckte er die Schönheit des Landes und somit auch die der bunten Schweizer Marken. „Davos ist meine Lieblingsstadt“, erzählt Ewers.

Die Sammler sind im Besitz von Briefmarken aus aller Herren Länder, je seltener und ausgefallener, desto besser. Die Vielfalt ist so groß, dass manche Briefmarken für wenige Cent und andere für mehrere tausend Euro verkauft werden. „Der Deutsche ist Sammler“, sagt Auktionator Kühn. „Europa, aber besonders Deutschland, gehört neben den USA zu einem der größten Märkte, in denen noch gesammelt wird“, erzählt Kühn. Aber das Hobby kommt allmählich aus der Mode, die Interessierten werden immer weniger und immer älter, der Nachwuchs fehlt. „Hin und wieder gibt es welche, die sich interessieren. Es wäre schön, wenn man weiß, wo das Zeug bleibt“, sagt Lohmer. Anderer Meinung ist Kühn: „Ich hatte damals auch ganz andere Interessen als meine Eltern, das ist nicht schlimm, sondern ganz normal.“ Trotz verschiedener Meinungen verbindet der Spaß am Tauschen und Sammeln. „Solange ich lebe, werde ich Briefmarken sammeln“, ist sich Herbert Ewers sicher. Interessierte, die den Preis ihre Sammlungen nicht wissen und schätzen lassen möchten, können dies bei verschiedenen Händlern machen.

Kontakt: Briefmarkenfachmann Klaus Kühn, Telefon 0203 707547. Termine können nach Vereinbarung gemacht werden.

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