Boulespiel : Begeistert vom Spiel mit den Silberkugeln

Der Homberger TV pflegt seit zwei Jahrzehnten das Spiel mit der Kugel. Wer mag, kann den Freizeitspaß mit Urlaubsflair ausprobieren. Regelmäßig wird freies Spiel angeboten.

Viele werden den südeuropäischen Sport aus dem Urlaub kennen. Boule-Spieler stehen mit den Füßen im Sand, blicken konzentriert aufs Spielfeld und werfen Kugeln gewieft in die Höhe. Es herrschte schon ein bisschen Urlaubsfeeling, als der Homberger Turnverein (Homberger TV) jetztum offenen Bouleturnier einlud.

Seit mehr als 20 Jahren wird beim HTV geboult. „Die Kugeln sind aus Metall und wiegen rund 700 Gramm“, sagte Elke Schottek, zuständig für die Boule-Abteilung. Sie selber spielt seit 25 Jahren Boule: „Mein Mann entdeckte das Spiel damals mit Freunden. Sie trafen sich im Homberger Park, um zu boulen.“ Da die Schotteks im Homberger TV aktiv waren, entstand die Idee, den Boule-Sport für alle erfahrbar zu machen. In wenigen Wochen war die Boule-Bahn fertiggestellt.

Seitdem rollen die Kugeln. Jetzt konnte die Boule-Abteilung zum 14. Mal ihr Turnier ausrichten. Am Wochenende war auf der Sportanlage am Friesenplatz in Alt-Homberg viel los.

Die wichtigsten Utensilien fürs Spiel: Die Kugeln samt Tuch zum trocken reiben. Foto: Tanja Pickartz

Freizeitspieler und Vereinsspieler kamen zusammen, um ihren Sport hochleben zu lassen. Viele befreundete Vereine aus Duisburg sowie Aachen, Wuppertal und den Niederlanden waren dabei. Einige Mannschaften waren aus der Boule-Liga und von landesweiten Meisterschaften bekannt.

Gespielt wurde ein Doublett-Turnier, bei dem zwei Teams gegeneinander spielen. Die ersten drei Runden spielten die Boule-Sportler nach dem Schweizer System: Gewinner gegen Gewinner und Verlierer gegen Verlierer. Danach ging es im K.O.-System weiter. Aber alles begann ganz simpel: Ein Spieler nahm die kleine Zielkugel in die Hand. Sie ist in etwa so groß wie ein Tischtennisball. „Diese Kugel wird Schweinchen oder Sau genannt“, erklärte Schottek. Das „Schweinchen“ wurde sechs bis zehn Meter ins Spielfeld geworfen. Der Gegner stellte sich in den Boule-Kreis und warf die Metallkugel nah an die Zielkugel.

Dabei gibt es verschiedene Wurfarten. Einmal legend, indem man die Kugel nahezu rollt und einmal schießend, indem die Wurfkugel die liegende Kugel wegschiebt. Eindrucksvoll zeigten die Spieler den Demi-Portée.

Das ist ein Wurf, bei dem man die Kugel mit halbhohem Abwurfbogen aus der Hocke oder aus dem Stand wirft und sie ohne Rollen aufkommen lässt. Beim Halb-Portée kam die Kugel nach einem Dreiviertel der Flugstrecke auf und rollte dann auf die anderen Kugeln zu. Yvonne Verbeek vom Jeu de Boules Club aus dem niederländischen Dongen kam mit vier weiteren Spielern nach Homberg.„Boule wird in den Niederlanden eher als Altensport gesehen. Dabei ist Boule ein toller Outdoor-Sport, bei dem man nachdenken muss, im Team spielt und an der frischen Luft ist.“

(lw)
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