Duisburg: Bombe kontrolliert gesprengt

Duisburg: Bombe kontrolliert gesprengt

Obwohl hier immer wieder Blindgänger gefunden werden, wurde am Donnerstag zum ersten Mal eine Bombe mit einem gefährlichen Säurezünder kontrolliert gesprengt. Die Evakuierten suchten Schutz im Bunker in Bruckhausen.

Um 16.40 Uhr explodierte am Donnerstag in Bruckhausen eine hochgefährliche Fünf-Zentner-Bombe mit Säurezünder. Gefunden worden war sie am Abend zuvor bei Bauarbeiten neben dem Thyssen-Ausbildungszentrum.

Die Bombe explodierte leise, aber mit solcher Wucht, dass der für die Sprengung gebohrte und mit runden Betonblöcken ausgelegte Tunnel sich verkrümmte. Aus dem Erdloch drang der Geruch des explosiven Stoffes TNT, aus dem die Bombe bestand, an die Oberfläche. Das Dämmmaterial (Sand und Stroh) türmte sich neben dem Erdloch auf.

Vor drei Jahren riss eine Säurezünderbombe in Göttingen drei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes in den Tod. Gestern ging alles gut. Erst um 12 Uhr mittags war klar, dass es sich um eine Säurezünderbombe handelte. Rund 300 Anwohner mussten deshalb sofort evakuiert werden, da bereits leichteste Bewegungen an der Erdoberfläche zur Detonation hätten führen können. "Bei mir wurde gegen die Tür geschlagen, damit ich herauskomme", sagt Albert Schüller, der auf der Franz-Lenze-Straße in der Evakuierungszone wohnt. Ein Hubschrauber der Polizei kreiste in der Luft, um zu kontrollieren, dass sich keine Menschen mehr in der Evakuierungszone aufhielten.

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Neben der Evakuierungszone wurde eine Sicherheitszone eingerichtet, in der die Menschen bei geschlossenen Fenstern in ihren Häusern bleiben mussten. "Die Bombensplitter können bis zu 500 Meter weit fliegen", sagt Johannes Bergmann vom Ordnungsamt, der für die Koordination der Bombenentschärfung zuständig war. "Es ist unproblematisch bei Bomben mit Aufschlagszünder, da haben wir Zeit, die Leute zu evakuieren. Bei einem Säurezünder muss es aber ganz schnell gehen", sagt Bergmann.

Die Sprengung sollte eigentlich schon um 15.30 Uhr erfolgen, doch aus Sorge vor den herumfliegenden Bombensplittern mussten erst noch in aller Eile Heuballen organisiert werden, mit denen das Loch verfüllt wurde. Die Menschen aus der Evakuierungszone wurden bezeichnenderweise im Hochbunker auf dem Heinrichplatz in Bruckhausen untergebracht - er wird heute kulturell genutzt - und vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) mit Wasser und kleinen Speisen versorgt.

Nachdem die Bombe gezündet war, wurde nur ein einziger Bombensplitter gefunden. Den Heuballen sei Dank. Lediglich einige evakuierte Anwohner werden bei ihrer Rückkehr bemerkt haben, welche Wucht der Sprengkörper hatte. Denn der Sand flog Meter weit bis auf ihre Fensterbretter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fünf-Zentner-Bombe wird in Duisburg gesprengt

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