Bombenfund in Duisburg: Bombe erfolgreich entschärft

Bombenfund in Duisburg : Bombe erfolgreich entschärft

Die Fünf-Zentner-Bombe in Duisburg-Huckingen ist um 14.30 Uhr entschärft worden. Alle Verkehrseinschränkungen sind mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Am Mittwochmorgen hatten Experten des Kampfmittelräumdienstes den Fund der Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg bestätigt. Das Gebiet - bis zu einer Entfernung von 250 Meter vom Fundort aus (Evakuierungszone; innerer Kreis auf dem veröffentlichten Plan) -, musste von allen Personen bis 13 Uhr geräumt sein. In der Evakuierungszone leben 248 Menschen, in der Sicherheitszone sind 1707 Menschen betroffen. Die Stadt hat bereits ausführlich über die Evakuierung informiert. Mehr zum Plan gibt es hier>>>>.

Erste Krankenwagen sind in Klink vorgefahren

Nachdem seit circa 9 Uhr der Fund der Bombe bestätigt wurde, laufen die Maßnahmen zur Evakuierung. Gegen 10.30 rollten die erste der 100 Rettungswagen vor der zu evakuierenden Klinik vor, um die Patienten in andere Krankenhäuser - vor allem nach Krefeld - zu bringen. Insgesamt kümmern sich 350 Mitarbeiter des Krankenhauses um die Evakuierung der Patienten. 201 Menschen aus St. Anna und dem Malteserstift St. Hedwig müssen verlegt werden. Die 91 Patienten des Krankenhauses werden momentan ins Erdgeschoss des Krankenhauses gebracht und dort versammelt.

Sie alle bekommen Patientenkarten mit ihrem Krankheitsbefund und ihrer Medikation. Bevor sie das Krankenhaus verlassen, werden die Angaben von Mitarbeitern des Krankenhauses noch einmal kontrolliert. 100 Rettungswagen sind am Vormittag im Einsatz, um die Patienten aus der Gefahrenzone zu bringen. Hinzu kommt auch ein Großraumrettungswagen aus Düsseldorf, der zehn Patienten gleichzeitig transportieren kann.

Zehn Bewohner des in der Evakuierungszone liegenden Hospiz sind bereits am Morgen vor der offiziellen Bestätigung der Bombe in einen sicheren Teil des Krankenhauses verlegt worden. In diesem sicheren Trakt befinden sich nun auch 22 Patienten, die das Krankenhaus nicht verlassen können. Hierzu zählen 12 Intensivpatienten und zehn nicht verlegungsfähige Patienten. Um sie kümmern sich nun sieben Ärzte und 15 Pfleger, hinzu kommen fünf weitere Pfleger für die Hospizbewohner.

Um 10.50 läuft die Evakuierung des Krankenhauses St. Anna noch schleppend. Nur rund zehn Krankentransporte sind bislang von der Klinik losgefahren. Zurzeit macht das Ordnungsamt Durchsagen und informiert die Anwohner über die Evakuierung.

Evakuierung in zwei Phasen

Die Evakuierung der Klinik läuft in zwei Phasen. Zum leeren des Krankenhauses unterstützen Krankenwagen aus Düsseldorf, Krefeld, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Remscheid und Solingen. Sie bringen die Patienten in die St. Josef Klinik nach Krefeld und in die BGU nach Duisburg-Buchholz.

Nach der Enschärfung der Bombe am Mittag erfolgt der Rücktransport. Hierzu kommen Krankenwagen aus Mönchengladbach, Viersen, Wesel und Mettmann zum Einsatz.

Dienstagabend sind in St. Anna noch drei Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Die Neugeborenen und ihre Mütter wurden bereits heute Morgen in andere Krankenhäuser verlegt. Um 11.15 Uhr tut sich langsam mehr. Drei bis vier Krankenwagen halten mittlerweile gleichzeitig vor St. Anna. Zuvor sammeln sich die Einsatzwagen auf einem nah gelegenen Parkplatz, von dem aus der Abtransport koordiniert wird.

Stephan Steinkamp, Abschnittsleiter der Feuerwehr hat das Ziel, das Krankenhaus um 13 Uhr komplett evakuiert zu haben. Ab 12.30 Uhr müssen auch die Leute, die mit der Evakuierung nichts zu tun haben, den Bereich um das Krankenhaus verlassen.

Nahverkehr beeinträchtigt

Der Bomenfund wirkt sich ab 13 Uhr auch auf den Bus- und Bahnverkehr aus. Bis zum Abschluss der Entschärfungsarbeiten kommt es zu Beeinträchtigungen auf der Stadtbahnlinie U79 und den Buslinien 940, 942 und 946.

So kann die Linie U79 nur bis circa 13.45 Uhr durchgängig betrieben werden. Allerdings ab 13 Uhr ohne Halt an den Haltestellen "Mühlenkamp" und "St. Anna Krankenhaus". Ab 13.45 Uhr endet die U79 an den Haltestellen "Kesselsberg" beziehungsweise "Sittardsberg". Um den Linienweg aufrecht zu halten, setzt die DVG auf diesem Streckenabschnitt Busse ein. Gleichzeitig werden die Fahrgäste gebeten auf die Linien 940 und 946 auszuweichen, die für die Dauer der Unterbrechung der U79 auch zwischen den vorgenannten Haltestellen verkehren. Darüber hinaus können folgende Haltestellen nicht angefahren werden:"Huckinger Markt" und "Albertus- Magnus-Straße" (942),"Huckinger Angerbogen" (940, 942, 946), "St. Anna Krankenhaus" (U79, 940, 942, 946), "Mühlenkamp" (U79).

Anwohner zufrieden

Unser User "dorander" berichtet, dass er selbst als Anwohner betroffen sei und die Evakuierung gut laufe. "Die Krankenwagen parken auf dem Parkplatz am Angerbogen und werden auf Zuruf (Funk) losgeschickt. Über die Düsseldorfer Landstraße fahren sie bis zur Remberger Straße und dort in die nördliche Krankenhauszufahrt. Sie nehmen ihre Patienten auf und verlassen das Krankenhausgelände über die südliche Ausfahrt (Albertus-Magnus-Straße).". Auch die Information der Anwohner läuft nach Aussagen unseres Users gut. "Neben Presse und Radio waren heute Morgen Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs und haben die Bürger durch Ansprache und Infozettel informiert. Alles läuft bislang problemlos!", erklärt "dorander"

Sammelstelle noch ohne Zulauf

An der Sammelstelle am Bertolt-Brecht-Kolleg haben sich bis 12 Uhr noch kein Anwohner eingefunden. Das Ordnungsamt rechtet generell damit, dass in solchen Fällen nur zehn Prozent der Menschen, die ihre Wohnungen verlassen müssen, tatsächlich eine der eingerichteten Sammelstellen aufsuchen. Bei den heute zu evakuierenden 248 Anwohnern wären das rund 25 Menschen. Die ersten Einsatzkräfte wurden deshalb schon wieder von der Sammelstelle abgezogen.

Patienten gut angekommen

Die Patienten, die aufgrund der Bombenentschäftung das Krankenhaus St. Anna verlassen mussten und in die BGU in Buchholz verlegt wurden, sind gut angekommen. das teilte eine Sprecherin mit. Alles hätte gut geklappt. Die Patienten sind Mehrbettzimmer untergebracht. Die Bediensteten warten in einer Mehrzweckhalle, bis die Entschärfung durch ist.

Bombenentschärfung fast pünktlich gestartet

Um kurz nach 13 Uhr steht die Evakuierung der Klinik kurz vor dem Abschluss. Noch sind allerdings noch nicht alle Patienten verlegt. Um kurz nach 14 Uhr haben die Experten mit den Arbeiten zur Bombenentschärfung begonnen. Der Kampfmittelräumdienst wird angeführt von Peter Giesecke.

Um genau 14.30 Uhr wurde die Bombe erfolgreich entschärft. Die Verkehrsbeeinträchtigungen wurden mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Die ersten Patienten sind bereits wieder zurück im Krankenhaus St. Anna. In frischen Betten (sie wurden während der Abwesenheit aufbereitet) können sie sich nun wieder in ihren Zimmern erholen und genesen.

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