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Duisburg: Bodendecker für Lehmbruck

Duisburg : Bodendecker für Lehmbruck

Die Grabstätte des bedeutendsten Duisburger Künstlers und seiner Ehefrau wirke "lieblos und ungepflegt", sagen Besucher. Im Lehmbruck-Museum denkt man über Verbesserungen und eine Grab-Patenschaft nach.

Dorlis Erward, die seit einigen Jahren in Haan lebt, geht regelmäßig auf den Duisburger Waldfriedhof, wo ihre Eltern und Großeltern ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Dabei besucht sie auch das Grab von Duisburgs bedeutendsten Künstler, Wilhelm Lehmbruck (1881–1919). Kürzlich war sie mit einer Freundin aus der Schweiz in Duisburg, wo die beiden zunächst ins Lehmbruck-Museum gingen, das beiden sehr gut gefallen habe. Dann habe sie mit ihrem Gast aus der Schweiz auch die Lehmbruck-Grabstätte aufgesucht. Dorlis Erward: "Ich habe mich vor meiner Freundin aus der Schweiz geschämt, wie das Grab des großen Duisburger Künstlers aussah. – Zwei Schalen mit verwelkten Pflanzen, auch sonst machte das Grab keine gepflegte Erscheinung."

Bis zum Jahr 2002 wurde die Grabstätte von Wilhelm Lehmbruck und seiner Frau Anita im Auftrag eines Familienangehörigen gepflegt. Seit dem Jahr 2003 ist für das Grab die Stiftung Wilhelm-Lehmbruck-Museum zuständig. Die Grabstelle ist ein Ehrengrab der Stadt Duisburg. Im Auftrag der Stiftung Wilhelm Lehmbruck sorgt die Wanheimerorter Traditionsgärtnerei Mölders für die Bepflanzung der beiden auf dem Grab stehenden Schalen. Fritz Mölders gestand, dass Dorlis Erward zu recht die verwelkten Blumen beklagt hatte. Es habe sich um "Fleißige Lieschen gehandelt, die von einem Pilz befallen wurden und deshalb vorzeitig verwelkten".

Inzwischen sind die Schalen neu bepflanzt worden. Die Schalen würden, so Mölders weiter, fünfmal im Jahr saisongemäß frisch bestückt. Seine Gärtnerei sei nur für die Schalen zuständig, nicht für die Bepflanzung mit Bodendeckern, die fast die gesamte Grabfläche beherrscht.

Schattig und karg

Diese Bodendecker passen zwar zur schattigen Grablage, werden aber von vielen Besuchern als zu karg empfunden. Man könne natürlich über eine Beetbepflanzung nachdenken, meint Mölders. Die Pflanzen sollten so ausgewählt werden, dass die Lehmbruck-Büste des "Denkenden", die das Grab künstlerisch prägt, weiterhin ihre Wirkung entfalten kann. Diese Büste war übrigens vor einigen Monaten im Auftrag des Lehmbruck-Museums befestigt worden, weil sie locker geworden war.

Für die Pflege der Lehmbruck-Grabstätte sieht man sich im Lehmbruck-Museum "auf jeden Fall zuständig". Es gebe auch einen Etat für diese Aufgabe. Sollte der Zustand des Grabes nicht in Ordnung sein, sei man "für jeden Hinweis dankbar", sagt Museumsdirektor Prof. Dr. Raimund Stecker. Zudem sei bereits in Planung, bis zur Ausstellungseröffnung der großen Schau "100 Jahre Lehmbrucks Kniende" am 24. September eine "Lösung zu finden, die sicherstellt, das Grab dauerhaft in einem angemessenen und ordentlichen Zustand zu halten".

Sowohl eine Erhöhung des Grabpflege-Etats als auch Patenschaften, eventuell in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis, seien in diesem Zusammenhang denkbar. Für einige historische Gräber gibt es solche Patenschaften bereits.

(RP)