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Bochum: Ruhrtriennale startet am Donnerstag​

Kunstschaffende aus über 30 Ländern : Ruhrtriennale startet am Donnerstag

Beim Kulturfestival Ruhrtriennale werden in diesem Jahr 36 Produktionen und Projekte präsentiert. Das Programm startet am Donnerstag und ist auf acht verschiedene Spielorte in Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck verteilt.

Das kündigten die Veranstalter am Dienstag in Bochum an. Beteiligt sind mehr als 500 Kunstschaffende aus über 30 Ländern. Rund zwei Drittel der 32.000 Karten für die insgesamt 108 Veranstaltungstermine sind den Angaben zufolge bereits verkauft. Das Festival endet am 18. September.

Im Programm sind sieben Eigen- und Koproduktionen, fünf Uraufführungen sowie eine europäische und fünf deutsche Erstaufführungen. Die diesjährige Ruhrtriennale ist die zweite Ausgabe unter der auf drei Jahre angelegten Intendanz der Schweizer Theaterregisseurin Barbara Frey. Zugleich feiert die Ruhrtriennale in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen.

„Begegnung, Austausch, die Weitung von Perspektiven, all das ist uns wichtiger denn je für die diesjährige Ruhrtriennale“, sagte Frey zum Festivalstart. Es gehe in den auf dem Spielplan stehenden Werken um „dringliche Fragen nach dem gegenwärtigen Zustand von Gesellschaft und was Gesellschaft eigentlich ist“. Zu sehen sind internationale Produktionen aus Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Performance, Konzert, Installation, Literatur und Dialog.

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Eröffnet wird die Spielzeit am Donnerstag in der Jahrhunderthalle Bochum mit dem Musiktheater „Ich geh unter lauter Schatten“, in dessen Zentrum die „Vier Gesänge, die Schwelle zu übertreten“ des französischen Komponisten Gérard Grisey (1945 - 1998) stehen. Intendantin Frey setzt ihre Zusammenarbeit mit dem Wiener Burgtheater fort und bringt ebenfalls in der Jahrhunderthalle Arthur Schnitzler Stück „Das weite Land“ zur Aufführung. Schnitzler porträtiert darin eine Gesellschaft, die ihren moralischen Kompass verloren hat und den Begriff der Freiheit nur für das persönliche Fortkommen beansprucht.

In der Literatur- und Dialogreihe will sich der Schweizer Autor Lukas Bärfuss gemeinsam mit Wissenschaftlern und den Schauspielerinnen Sandra Hüller, Angela Winkler und Sarah Sandeh Fragen nach der Natur des Menschen stellen. Die Lesungen werden mit Auftritten verschiedener Musiker begleitet. Bei den Installationen setzen vor allem drei Bagger vor der Jahrhunderthalle Akzente. Die Künstlerin Katja Aufleger lässt das Baumaschinen-Trio durch Bewegungen in eine Art „Dialog“ treten.

Das Festival wird getragen vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Verein der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale. Freys Nachfolge steht bereits fest: Ab der Spielzeit 2024 übernimmt der belgische Theaterregisseur und künstlerische Leiter des Internationaal Theater Amsterdam (IAA), Ivo van Hove, turnusgemäß für drei Jahre die Leitung der Ruhrtriennale.

(bsch/epd)