Bluttat im Café Vivo in Duisburg - 29-jähriger Mann in U-Haft

Café-Chefin erschossen: Bluttat im Duisburger Innenhafen vor Aufklärung

Vor neun Monaten ist die Geschäftsführerin des Cafés Vivo erschossen worden. Am Tatort gesichertes DNA-Material hat die Ermittler jetzt auf die Spur eines 29-Jährigen geführt, der in Berlin in Untersuchungshaft sitzt.

Der Mann wurde bereits im November gesucht, weil er in der Hauptstadt eine Frau mit einer Eisenstange angegriffen hatte. Im Januar wurde er schließlich gefasst, nachdem er bei einem Überfall auf ein Geschäft einen Ladendetektiv mit einem Messer verletzt hatte. DNA-Spuren, die am Innenhafen sichergestellt worden sind, führten nun die Duisburger Ermittler auf seine Spur.

Im Mai vergangenen Jahres war die Geschäftsführerin des Cafés Vivo tot in ihrem Lokal gefunden worden. Eine Mitarbeiterin, die um kurz vor zehn Uhr am Morgen zum Dienst kam, hatte ihre erschossene Chefin entdeckt. Über Wochen suchte die Polizei nach Zeugen. Doch offenbar hatte keiner den Täter beobachtet.

Tatwaffe im Innenhafen gesucht

Die Spurensicherung war äußerst aufwendig. So wurde unter anderem eine spezielle Lasertechnik des Landeskriminalamtes eingesetzt, die es den Ermittlern später ermöglichte, am Computer den Tatort immer wieder so in Augenschein zu nehmen, als wären sie vor Ort. Mit Tauchern hatte die Polizei mehrmals im Innenhafen nach der Tatwaffe suchen lassen - vergebens. Polizisten gingen in dem Viertel von Tür zu Tür und befragten jeden, den sie erreichen konnten. Doch die erhofften Hinweise auf den Täter blieben aus.

Die Ermittlungen liefen von Anfang an in alle Richtungen. Ein Familiendrama wurde zunächst ebenso wenig ausgeschlossen wie ein Auftragsmord oder eine Zufallstat. Auch die Möglichkeit, dass die Frau Opfer von Schutzgeldererpressern geworden war, klammerte die Kripo nicht aus. Doch egal, in welche Richtung die Ermittlungen liefen, die Tat, die in Duisburg großes Aufsehen erregt hatte, ließ sich zunächst nicht aufklären.

Ihre größte Hoffnung setzten die Ermittler von Anfang an auf die im Café gesicherten DNA-Spuren. Doch auch hier wurden sie zunächst enttäuscht. Ein Abgleich in der Datenbank lieferte keine Ergebnisse. Die Kripo-Fachleute konnten nur darauf bauen, dass der Täter irgendwann in einem anderen Zusammenhang in Erscheinung tritt.

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Verdächtiger hinterlässt Fingerabdruck bei Raubüberfall

Und genau das war im November vergangenen Jahres der Fall. Bei einem Raubüberfall in Berlin hatte der nun der Tat verdächtigte 29-Jährige eine Frau mit einer Eisenstange niedergeschlagen und dabei einen Abdruck hinterlassen.

Eine erweitere Spurensuche am Tatort auf Veranlassung der Duisburger Mord-Ermittler ließ neue Hoffnungen aufkeimen. Doch der Täter war unerkannt geflohen. Nach dem Überfall auf die Frau in Berlin war unter anderem mit Phantomfotos nach ihm gesucht worden. Gefasst werden konnte er allerdings erst im Januar, nachdem er in einem Berliner Geschäft einen Ladendetektiv mit einem Messer verletzt hatte.

Duisburger Ermittler in Berlin

Wegen dieses bewaffneten Diebstahls kam der 29-jährige Mann am 23. Januar dieses Jahres in Untersuchungshaft. Am vergangenen Freitag wurde dem Mann eine DNA-Probe entnommen. Bei der Analyse zeigte sich, dass sie mit der, die am Tatort im Innenhafen sichergestellt worden war, übereinstimmte.

Duisburger Ermittler sind zwischenzeitlich nach Berlin gereist, um den Mann, der tatverdächtig ist, zu befragen. Noch hat der 29-Jährige den Überfall auf die Geschäftsführerin des Cafés Vivo nicht zugegeben. Noch liegt das Motiv für den Überfall auf die türkisch-stämmige Frau, die ein hohes Ansehen genoss, im Dunkeln. Das Duisburger Amtsgericht hat auf Antrag der hiesigen Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag gegen den 29-Jährigen erlassen.

(RP)