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Duisburg: Vier Verletzte nach Schüssen am Hamborner Altmarkt

Duisburger Rocker- und Clan-Milieu beteiligt : Vier Verletzte nach Schüssen am Hamborner Altmarkt

Am Mittwochabend ist es rund um einen Imbiss im Duisburger Norden zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gekommen. Dabei fielen mehrere Schüsse. In beiden Gruppen soll es sowohl Mitglieder des Clan-Milieus als auch des Rocker-Milieus gegeben haben.

Am Hamborner Altmarkt in Duisburg hat es am Mittwochabend eine Schießerei gegeben. Bei der Auseinandersetzung wurden nach Angaben der Polizei vier Personen verletzt. Zunächst war von 80 bis 100 Personen die Rede gewesen, die auf dem Platz aufeinandergetroffen seien. Die Polizei sprach später von einer dreistelligen Zahl von Menschen, die sich dort versammelt hätten.

In einem in den sozialen Netzwerken kursierenden Video sind mehrere Schüsse zu hören. In einem weiteren Video ist zu sehen, wie mehrere Dutzend Menschen auf den Eingang eines Imbisses zulaufen. Einige schlagen dort die Scheiben ein. Danach läuft die Gruppe weg. Weitere Aufnahmen sollen mindestens einen Verletzten zeigen.

Gegen 23 Uhr war der Platz im Duisburger Norden weiträumig abgesperrt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Auf dem Boden waren noch Patronenhülsen von der Schießerei zu sehen. Vor dem attackierten Imbiss lagen die Scherben der zerstörten Scheibe auf dem Gehweg. Die Polizei nahm 15 Menschen vorübergehend in Gewahrsam.

NRW: Vier Verletzte nach Schüssen in Duisburg-Hamborn
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Das Motiv für den Streit war zunächst unklar. Allerdings habe es in beiden Gruppen sowohl Mitglieder des Clan-Milieus als auch des Rocker-Milieus gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Dabei könne man nicht zwischen Opfer und Täter unterscheiden.

„Die Grenzen zwischen Clans und Rocker sind fließend im Duisburger Norden“, sagt Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in NRW. „Clans sind längst in den Rockergruppierungen vertreten. Die Rocker, wie sie einmal waren mit Ehrenkodex und so, die gibt es nicht mehr. Da ging es um irgendwelche Geschäfte. Wir als Polizei müssen da vor die Lage kommen. Wir brauchen dringend neue Gesetze, damit wir diese Gruppierungen besser überwachen können. Die müssen ständig Angst haben, abgehört zu werden.“

Die Polizei ist am Donnerstagmorgen noch mit der Tatortaufnahme beschäftigt. Es handele sich um ein großes Gebiet und es gebe viele Spuren, so der Polizeisprecher. Wegen der Spurensicherung musste auch der eigentlich für Donnerstag geplante Wochenmarkt in Hamborn abgesagt werden. Im Laufe des Tages sollen zudem die festgenommenen Personen befragt werden.

Die neuesten Entwicklungen in dem Fall lesen Sie hier. Aus Polizeikreisen verlautete etwa, dass der Vorfall „ein bisschen an eine Saloon-Schießerei im Wilden Westen“ erinnere.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Vier Verletzte nach Schüssen in Duisburg-Hamborn

(mit Material der dpa)