Bill Mockridge und Margie Kinsky begeistern im Steinhof

Szenen einer Ehe : Bill Mockridge und Margie Kinsky begeistern im Steinhof

Das Kabarett-Ehepaar Margie Kinsky und Bill Mockridge war am Freitag mit seinem Programm „Hurra – wir lieben noch“ zu Gast im Steinhof.

Bereits seit 2017 touren Margie Kinsky und Bill Mockridge mit dem Programm „Hurra – wir lieben noch“ durch die Lande und erzählen dabei aus ihrem mittlerweile 36-jährigen Eheleben. Das tun sie mit viel Humor, der die Besucher einfach ansteckt. So war es auch am Freitag im gut gefüllten Huckinger Steinhof, als das Bonner Schauspieler-Ehepaar das Publikum nicht nur über zahlreiche „Szenen ihrer Ehe“ herzhaft lachen ließ, sondern auch bei manchem Paar den einen oder anderen Wiedererkennungseffekt auslöste.

Der Kanadier Mockridge – von seiner Ehefrau kurz und bündig „Holzfäller“ – genannt und die gebürtige Römerin Margie Kinsky haben sich beim Casting für das „Springmaus“-Theater kennengelernt. Margie studierte zu der Zeit in Bonn und suchte einen Nebenjob. Der Termin mit „Springmaus“-Gründer Mockridge verlief für die junge Studentin nach eigener Schilderung optimal: „Hat super geklappt, ich hatte den Job ... und den Mann.“ Beide haben nicht nur viele Jahre gemeinsam im Ensemble des Bonner Improvisationstheaters mitgewirkt, jeder kann auch auf eine erfolgreiche eigene kabarettistische und schauspielerische Solo-Karriere zurückblicken.

Bill Mockridge war viele Jahre in der Rolle des Erich Schiller ein fester Bestandteil der ARD-Fernsehserie „Lindenstraße“, in der auch Margie Kinsky zeitweise in die Rolle der Gina Varese schlüpfte. Sechs Söhne hat das Bonner Ehepaar, drei sind mittlerweile in die schauspielerischen Fußstapfen ihrer Eltern getreten. „Alle Kinder wurden im selben Krankenhaus geboren, die wollten uns schon eine Zehnerkarte geben“, schilderte Vater Bill vom vergeblichen Versuch, die Familie auch um eine Tochter zu bereichern.

Als Margie Anfang der 1980er-Jahre in Bills Wohnung einzog, war es mit dem schönen Single-Leben schlagartig vorbei. Der Schauspieler: „Ich habe meine Wohnung nach einer halben Stunde nicht mehr wiedererkannt, überall lagen Kissen herum, leuchteten Kerzen und glimmten Räucherstäbchen.“ Dass die fast neue Matratze auf dem Sperrmüll landete, wundert da auch nicht mehr. Margie pikiert: „Wer weiß, wer da schon drauf gelegen hat.“

Es kam noch schlimmer. Sich in Ruhe ein spannendes Fußballspiel anzuschauen, war von dem Zeitpunkt an nicht mehr möglich. Wenn Freundin Margie sich dazu gesellte, bestand Unterhaltungsbedarf. Und mit dem Bierchen zum Spiel war es dann auch vorbei: „Das ist nicht gut für dich.“

Ihre Söhne hat das Kabarett-Ehepaar allesamt erfolgreich großgezogen. Doch Margie Kinsky meldet da rückblickend noch einen Wunsch an: „Es müsste nach der Geburt einen Beipackzettel wie bei Medikamenten geben, auf dem auch auf Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen wird.“ Der Hinweis, dass die süßen Kleinen „auch mal 15 werden“, wäre dabei schon sehr hilfreich. Mutter Margie hegt in Bezug auf ihren Nachwuchs späte Rachegedanken: „Ich werde sie irgendwann unangemeldet besuchen, und dann mit matschigen Schuhen durch alle Zimmer laufen und dazu noch Chips auf dem Boden zertreten.“

Warum ihre Ehe – und ihre Liebe – auch nach all den Jahren noch funktioniert, formulierte „der Holzfäller“ so: „Als der letzte Sohn ausgezogen ist, habe ich Margie angeschaut und gespürt, das ist nicht mehr nur die Mutter unserer Kinder, sondern die Frau, in die ich mich vor 36 Jahren verliebt habe.“

Das Finale der amüsanten Ehe-Show endete  passend mit dem Power-Song „Love Is In The Air“. Die begleitenden stehenden Ovationen waren völlig berechtigt. Margie Kinsky und Bill Mockridge hatten dem Publikum einen wunderschönen Abend bereitet.