Duisburg: Biegerfelder Weg wird zur Rennstrecke

Duisburg : Biegerfelder Weg wird zur Rennstrecke

Im Zuge der Großbaustelle Mündelheimer Straße nutzen Fahrer den Biegerfelder Weg als Abkürzung. Daraus entstünden gefährliche Situationen für Schüler meinen protestierende Anwohner.

Als die Fotografin mit der Kamera am Straßenrand aufkreuzt, fahren plötzlich alle ganz langsam - 30 Kilometer pro Stunde, so wie es im Biegerfelder Weg erlaubt ist. Offenbar hat man die Kollegin für eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes gehalten, in Zivil. Seit der Großbaustelle auf der Mündelheimer Straße nutzen zahlreiche Autofahrer, die es eilig haben, die Wohnstraße als willkommene Abkürzung. Viele fahren mit 50, manche auch mit 70 Stundenkilometern durch die enge Straße.

Anwohner Dirk Langweg fürchtet um die Sicherheit der Kinder, die mit dem Rad zum Schulzentrum Biegerhof fahren. Und im übrigen fühlt er sich gestört durch die Lärmbelästigung. Er sammelte Unterschriften von 22 weiteren Bewohnern der Rheinwohnungsbau-Häuser und schickte sie an den Oberbürgermeister.

"Das fängt morgens um 5 an. Bis 8 Uhr rast hier einer nach dem anderen durch. Und am Nachmittag dann das Gleiche", so Langweg. Entgegenkommende Fahrzeuge blockierten sich gegenseitig. Denn besonders während der Schulzeiten sei der Straßenrand zugeparkt, es gebe kaum Ausweichmöglichkeiten. so die Kritik.

Eigentlich lohnt es sich nicht, den Schleichweg zu nutzen. Die ortskundigen Autofahrer probieren es trotzdem. Sie haben keine Lust, die weitläufige Umleitung über die Kaiserswerther Straße, den Knevelshof und die Angertaler Straße zu nehmen.

Mit den Unterschriften schickte Langweg Oberbürgermeister Link gleichzeitig Vorschläge, wie man den Rasern auf dem Schleichweg durch den Biegerfelder Weg das Leben schwer machen könnte. Eine Einbahnstraßen-Regelung schlägt er vor.

Ebenso den Einbau von Bodenwellen oder die Ausweisung als Anliegerstraße. Auch eine Umleitung über den Ziegelkamp hält er für sinnvoll. Langweg: "Diese Straße ist wesentlich breiter und besser in Schuss." Denn die vielen Schlaglöcher auf dem Biegerfelder Weg sorgen nach seinen Aussagen für zusätzlichen Krach, besonders wenn dort Fahrzeuge mit Anhänger durchpoltern.

Doch aus all diesen Vorschlägen wird wohl nichts. Das geht jedenfalls aus einem Schreiben der Stadtverwaltung hervor, die sehr schnell, bereits nach einer Woche, reagierte. Da die Anwohner der Peschenstraße und Otto-Hellwig-Straße durch die Großbaustelle nur noch über den Biegerfelder Weg zu ihren Häusern kommen, müsse die Zufahrt aus beiden Richtungen erhalten bleiben, heißt es aus dem zuständigen Amt.

Außerdem komme es "aufgrund des Verkehrsaufkommens, bei Beachtung der bestehenden Verkehrsregeln nicht zu Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer", heißt es in dem Schreiben. Was Dirk Langweg anders sieht: "Es ist ein Wunder, dass hier noch nichts passiert ist und noch kein Kind unter die Räder gekommen ist".

Immerhin will das Duisburger Ordnungsamt künftig verstärkt Kontrollen in der Straße durchführen. Raser müssen sich also auf Bußgelder gefasst machen.

(RP)