Duisburg: Bewegungszentrum vor dem Aus

Duisburg: Bewegungszentrum vor dem Aus

Die Verwaltung hat die Liste der Maßnahmen aktualisiert, die mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II finanziert werden sollen. Der OSC kann seine Hoffnung wohl begraben, doch noch die so dringend benötigte Million für das geplante Bewegungszentrum zu bekommen. Die Politik ist empört.

Rheinhausen Der OSC Rheinhausen wird auf die erhoffte Million Euro aus dem Konjunkturpaket II für den Bau seines Gesundheits- und Bewegungszentrums verzichten müssen. Im Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg ist seit Samstag der aktuelle Sachstand zu den Maßnahmen einzusehen, die mit den Geldern vom Bund finanziert werden sollen.

Das OSC-Projekt ist zwar aufgeführt, jedoch mit dem Verweis "zurückgestellt" versehen. Und: In besagter Beschlussvorlage steht auch, dass die Eissporthalle in Wedau für 1,1 Millionen Euro energetisch saniert werden soll. Dies ist insofern relevant, als es hinter vorgehaltener Hand immer geheißen hatte: entweder die Eissporthalle, oder das Bewegungszentrum. Die Verwaltung hat sich festgelegt. Ob es dabei bleibt entscheidet der Rat am 22. März.

Rechtliche Prüfung angekündigt

Die Bezirksvertretung hatte dem Projekt des OSC mit mehreren Beschlüssen oberste Priorität eingeräumt und dafür sogar Mittel aus den bezirklichen Maßnahmen umgeschichtet. Entsprechend empört reagierte jetzt die Politik. Über mehrere Monate hinweg habe die Verwaltung gegenüber dem OSC eine "Hinhaltetaktik" betrieben und eine endgültige Entscheidung über das Projekt mit "noch fehlenden Unterlagen" begründet, so Karsten Vüllings (BL). Der Verein dagegen habe mehrfach glaubhaft erklärt, mit der geplanten Baumaßnahme "in den Startlöchern" zu stehen und nur noch auf den Förderbescheid beziehungsweise eine verbindliche Zusage der Stadt zu warten.

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"Der OSC hätte sich womöglich eine Menge Geld an Planungskosten sparen können, wenn man in dieser Sache von Anfang an verbindliche Aussagen gemacht hätte." Vüllings kündigte an, sich nun mit den Kollegen in der Bezirksvertretung abstimmen zu wollen, um die Verfahrensweise der Stadtspitze gegebenenfalls rechtlich prüfen zu lassen.

Auch der Rheinhauser SPD-Ratsherr Reiner Friedrich übte heftige Kritik. Was das OSC-Bewegungszentrum angehe, sei Oberbürgermeister Adolf Sauerland immer ausgewichen und habe beschwichtigt. Auch in den parlamentarischen Gremien habe es keine konkrete Antwort gegeben. "Seit mehreren Monaten haben wir versucht, eine Klärung herbeizuführen."

Der OSC habe im Vertrauen auf die Aussagen des Oberbürgermeisters, dass alles möglich sei, die Hoffnung nicht aufgegeben. Der Verein habe die Planung vorangetrieben und sei schon erheblich in Vorleistung getreten. Friedrich bezeichnete es als "eine Unverschämtheit, einen Verein in solche Kosten zu treiben".

Die Enttäuschung über die jüngsten Entwicklungen war verschiedenen OSC-Mitgliederm gestern deutlich anzumerken. Der Vorsitzende Jürgen Keusemann hielt sich jedoch betont bedeckt. Er habe immer noch die vage Hoffnung, dass aus dem Zuschuss doch noch etwas werde, ließ er wissen. "Bleibt es jedoch dabei, dass der Eissporthalle der Vorzug gegeben wird, ist unserer Projekt gestorben."

(RP)