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Duisburg: Bewährungsstrafe für Fahrer nach tödlichem Unfall

Duisburg : Bewährungsstrafe für Fahrer nach tödlichem Unfall

Ein 38-jähriger Autofahrer war am 16. Juli vorigen Jahres auf der Friedrich-Ebert-Straße in Laar gegen einen Oberleitungsmast gefahren. Dabei starb sein 28-jähriger Bruder. Der Fahrer selbst hatte bei dem Unfall "nur" Rippenbrüche und Kopfverletzungen erlitten. Am Dienstag verurteilte ihn das Landgericht zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Im Oktober vorigen Jahres hatte er schon einmal vor Gericht gestanden. Er war damals zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten wegen fahrlässiger Tötung, Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt.

Ursache für den Unfall waren überhöhte Geschwindigkeit und Trunkenheit. Die Ermittlungen ergaben, dass der Mann damals mit 117 Stundenkilometern auf der innerstädtischen Straße unterwegs gewesen war. Ein Sachverständiger hatte angegeben, dass er 1,8 Promille Alkohol im Blut hatte, der Airbag des Autos ausgebaut und die Reifen fast abgefahren gewesen seien.

Das Duisburger Landgericht sprach am Dienstag ein milderes Urteil als das Schöffengericht in erster Instanz. Der Mann sei zwar schuldig. Eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren reiche aber aus. Der Angeklagte habe fahrlässig den Tod des Beifahrers verursacht. Dass er nicht dafür sorgte, dass der stark alkoholisierte Bruder sich anschnallte, wiege aber weniger schwer als bisher angenommen. Denn nach Ansicht eines Sachverständigen wäre der Beifahrer auch dann tödlich verletzt worden, wenn er angeschnallt gewesen wäre. Außerdem könne man nicht ausschließen, dass der Angeklagte zur Tatzeit aufgrund seines Alkoholkonsums vermindert schuldfähig gewesen sei.

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Vor dem Amtsgericht hatte der Mann im vergangenen Jahr ausgesagt, dass eigentlich sein Bruder habe fahren wollen, der nach einer Familienfeier noch betrunkener gewesen sei als er selbst. Wie schnell er gefahren sei, wisse er nicht. Dass er einen Zaun streifte und von einem Oberleitungsmast abprallte, habe er nicht mehr in Erinnerung. Der Bruder sei schwer verletzt und eingeklemmt gewesen. Er habe gefordert: "Hol die Mama!". Er sei auf dem Weg zur Telefonzelle gewesen, als die Polizei ihn aufgriff.

Auch gestern gab er zu erkennen, dass er den Unfall zutiefst bereue. Er denke jeden Tag daran, was er getan habe und wolle sich nun um die Kinder seines Bruders kümmern.

(BL)