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Duisburg: Bettensteuer als Jobkiller

Duisburg : Bettensteuer als Jobkiller

Die vom Stadtrat eingeführte Übernachtungsabgabe beschert den Betreibern der Duisburger Hotels sinkende Übernachtungszahlen. Das Landhaus Milser musste bereits Mitarbeiter entlassen.

Die heimischen Hoteliers sind in Aufruhr. "Die Steuern des rot-rot-grünen Stadtrates sorgen dafür, dass hier bald niemand mehr übernachtet," meint Rolf Schenkel, Geschäftsführer des Hotel Sittardsberg. "Eigentlich wollten wir weiter ausbauen, aber wenn das hier so weiter geht, lohnt es sich einfach nicht, noch mehr Geld auszugeben." Gemeint ist die Bettensteuer, die der Rat vor acht Monaten in Duisburg eingeführt hat. Seit November wird auf jede Übernachtung in einem der städtischen Hotels eine Abgabe von fünf Prozent des Zimmerpreises erhoben. Die Befürchtung der Hotelbetreiber damals: Ein großer Rückgang bei den Gästezahlen, da die Klientel im Wesentlichen aus Geschäftsreisenden und Messebesuchern besteht, deren Firmen auf Grund der zusätzlich anfallenden Kosten auf die Nachbarstädte ausweichen. Ein knappes halbes Jahr nach dem Beginn der Besteuerung sehen sich die Geschäftsführer der Gästehäuser nun in ihren bösen Vorahnungen bestätigt. Im Vergleich zu den ersten Monaten des Vorjahres ist die Zahl der Übernachtungen in der Stadt um mehr als 16 000 zurückgegangen.

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Die Nachbarstädte, die nicht von der Bettensteuer betroffen sind hingegen, können zum Teil erheblich mehr Übernachtungen als im Vorjahr verzeichnen. "Ein Desaster," findet Antonio Pelle, gemeinsam mit Rolf Milser Betreiber des Landhauses im Duisburger Süden. "Ich musste schon vier meiner Mitarbeiter entlassen, weil uns einfach die Gäste fehlen." Nach Angaben der Hoteliers blieben viele Firmen, die den Hotels bis zur Einführung der Abgabe, bis zu 1000 Übernachtungen jährlich abgenommen haben, dieses Jahr einfach weg. "Das ist Wettbewerbsverzerrung was hier in Duisburg geschieht," so Thomas Kolaric, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Nordrhein. "Ich würde als Firma auch nicht einsehen, wieso ich für Duisburg plötzlich eine so genannte Kulturförderungsabgabe entrichten soll. Da geh ich als Firma doch einfach in die nächstbeste Stadt, in der ich mir diese Kosten sparen kann." Neben der Steuer an sich sieht Kolaric das Problem in der fehlenden Transparenz bei ihrer Verwendung.

Ursprünglich gedacht zur Förderung von Tourismus und Kultur, verschwinde das Geld nun im Stadtsäckel und keiner könne nachvollziehen wofür es verwendet wird. Die Duisburger Hotelbetreiber jedenfalls, wollen die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Sie haben wie berichtet Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingereicht.

(RP)