Duisburg: Betretenes Schweigen bei den Jugendlichen nach den Unfallvideos

Duisburg : Betretenes Schweigen bei den Jugendlichen nach den Unfallvideos

25 Jugendliche haben erfahren, wie Schwerverletzte nach einem Unfall im BG Klinikum an der Großenbaumer Allee behandelt werden. Das Krankenhaus beteiligt sich am Unfall-Präventionsprogramms P.A.R.T.Y.. Der Name stehlt für Prävention, Alkohol, Risiko, Trauma und Youth.

Das bundesweite Programm der "Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie" richtet sich an Jugendliche. "Damit soll das Bewusstsein für vermeidbare Unfälle geschärft werden", erklärt Organisator Dr. Nikolaus Brinkmann. "Viele Teenager schätzen sich als emotional unverletzlich ein. Deshalb ist diese Altersgruppe besonders gefährdet." Claudia Böcker-Röhrig, die als Lehrerin die Schüler der Krefelder Edmund-ter-Meer-Realschule begleitet: "Die Jugendlichen zeigen Respekt vor dem heutigen Tag. Viele waren auch ziemlich aufgeregt."

Betretenes Schweigen herrscht nach dem Vortrag des Unfallchirurgen: Anhand von Videos veranschaulicht Brinkmann, welch' schwere Folgen leichtsinniges Verhalten am Steuer haben kann. Ein Ausschnitt zeigt einen inszenierten Autounfall. Blutüberströmt sitzen die Beteiligten an der Unglücksstelle und schreien lautstark um Hilfe. Den Schülern ist die Betroffenheit sichtlich ins Gesicht geschrieben.

Wie ein Schwerverletzter vor Ort zuerst versorgt wird, erfährt Samed Imamaglu am eigenen Leib: Als zwei Sanitäter der Duisburger Feuerwehr die Ausstattung ihres Rettungswagens demonstrieren wollen, meldet sich der 17-jährige Schüler freiwillig. Auf der Trage liegt eine orange farbene Vakuum-Matratze, die sich an den Zehntklässler schmiegt. Ist der Patient an der Wirbelsäule verletzt, soll diese Polsterung für einen stabilen Transport sorgen. Um vor Kälte und Unterkühlung zu schützen, wird das Unfallopfer zugedeckt und dann in den Rettungswagen getragen. "Das war schon komisch, als ich auf der Trage lag. Ich hab' mich zwar ausgeliefert, aber auch sicher gefühlt", erzählt Samed und fügt hinzu: "Bisher habe ich schon viel mitgenommen. Besonders die Videos waren echt schockierend."

Nach der Erstversorgung am Unfallort kämpft ein elfköpfiges Team im Schockraum des BG-Klinikums um das Überleben ihrer schwerverwundeten Patienten. "Wir geben natürlich unser Bestes", erklärt Dr. Jochen Schröder. "Doch leider gibt es auch immer wieder Fälle, die man nicht mehr retten kann."

(RP)
Mehr von RP ONLINE