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Duisburg: Besucherrekord zum Abschluss

Duisburg : Besucherrekord zum Abschluss

1600 Würstchen und 23 Helfer - Die Musiker von "Butterfahrt 5" haben für einen gelungenen Ausklang der Reihe "Hofkonzerte" in der Bezirksbibliothek gesorgt. 310 Besucher waren da, so viele wie noch nie in dieser Saison.

Und das Kommen hatte sich gelohnt: Die Musiker boten Comedy, die einfach nur zum Brüllen war. Bärbel Günther-Schmidtke hat es geschafft: Sie hat endlich die Abschlussprüfung des VHS-Kurses "Rockgitarre für Alleinerziehende" bestanden. Und wie! Ausgelassen feiern die Musik-Komödianten von "Butterfahrt 5" auf der Bühne der Bezirksbibliothek, das Publikum tobt. Dass Bärbel nur eine von vielen Kunstfiguren der Gruppe ist und welchen Kursus sie nach ihrer Geschlechtsumwandlung zu Wolfgang belegt, erfuhren die 310 Besucher des letzten Hofkonzerts der Saison dann auch noch.

Wie die meisten Musik-Sketche von "Butterfahrt 5" entbehrte es auch nicht einer gewissen Ironie, dass das Hofkonzert eigentlich ein Lesesaal-Konzert war. Das schwankende Wetter hatte die Veranstalter zu einem Indoor-Auftritt bewogen. Ein zusätzlicher Grund für die Komödianten, voll aufzudrehen: "Es war ein ganz besonderer Anreiz, mal zwischen Voltaire und Duden zu musizieren", sagte Sänger Philipp Stempel nach dem Auftritt.

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Ghetto-Lied mit Swing-Begleitung

Musizieren können er, Marcus, Markus, Robert und Volker wie kaum jemand sonst. Die fünf Butterfahrer wussten genau, wie sie das Publikum auf ihre Seite bekommen. Mit altbekannten Stücken wie Elvis' "Love me tender" bauten sie das Grundgerüst für einen stimmungsvollen Abend. Der entfaltete schon bei dem "Goldenen Reiter" — von den Künstlern überrascht als Gassenhauer unter den Rheinhausern zur Kenntnis genommen — seine volle Wirkung, als alle Gäste ausnahmslos mitsangen.

Sänger Philipp und seine Kumpane ruhten sich allerdings nicht auf Altbewährtem aus, sondern machten ihrem Ruf als Pioniere in der Musik-Comedy alle Ehre. So ließen sie Gangster-Rapper Sido ein Ghetto-Lied mit Swing-Begleitung trällern, flogen auf Techno-Beats über Reinhard Meys Wolken und rockten als peruanische Panflötenband zu Kiss. Eine mutige Vermischung von Klassikern aus allen Musik-Genres.

Über 25 verschiedene Instrumente fanden ihren Einsatz in dem abwechslungsreichen Programm. Das Spektrum reichte von Tuba über Okulele bis hin zu Kastagnetten. Die Musiker schlüpften in die verschiedensten Rollen, ob als verheulte Ex-Boy-Band oder als französische Musiker mit Niveau und mit Kippe im Mundwinkel. Amüsant und beeindruckend zugleich: Michael Jacksons "Beat it" mit Boomwhackers, bunten Klanghölzern, auf die eigenen und fremde Schenkel getrommelt.

Blindes Verständnis

Man merkte der Truppe an, wie gut sie harmoniert. Blindes Verständnis war auch nötig, um mit vier Xylophonen einen Abba-Hit wie ein unschuldiger Schulchor zu covern. Am Ende gab es so lange Standing Ovations, dass die Butterfahrer den Moment per Handy-Kamera festhalten mussten.

(RP)