1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Zoo Duisburg: Besucher: Tiger sind Gesprächsthema

Zoo Duisburg : Besucher: Tiger sind Gesprächsthema

Nach dem schrecklichen Vorfall im Kölner Zoo, bei dem eine Tierpflegerin von einem Sibirischen Tiger angefallen und tödlich verletzt wurde, war dies auch am Montag noch Thema bei den Besuchern des Duisburger Zoos.

Im Duisburger Zoo bot sich am Montag am frühen Nachmittag das gewohnte Bild. Paare, Familien und Tierfotografen schlendern von Gehege zu Gehege, bewundern die Tiere und speisen entspannt in den Cafés. Der schreckliche Vorfall im Kölner Zoo, bei dem eine Pflegerin von einem Tiger angefallen und getötet wurde, ist jedoch vor dem Gehege der sibirischen Tiger ein Thema unter den Gästen. "Genau so einer hat doch in Köln zugepackt", sagt ein Mann zu seiner Frau.

In der Tat: Sibirische Tiger gibt es auch im Duisburger Zoo. Sie erreichen eine Körperlänge von bis zu 2,80 Metern und können ein Gewicht von über 250 Kilo erreichen. Der Sibirische Tiger ist größer als der Afrikanische Löwe und gilt demzufolge als die größte Katze der Welt.

Eines der mächtigen Tiere liegt friedlich auf dem Felsen und lässt sich die wenigen Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach dringen, auf den Pelz scheinen. Besonders die Kinder sind von den Großkatzen beeindruckt. Die fünfjährige Cecilia, die gemeinsam mit ihren Großeltern den Tierpark besucht, beobachtet gebannt einen Tiger, der wenige Meter vor ihr im seichten Teil des Wassergrabens mit einem massiven Gummiball, der an einer Kette befestigt ist, spielt. Dabei blitzen seine mächtigen Eckzähne auf. "Eigentlich sehen sie so süß aus, aber auch gefährlich", sagt Cecilia, die besonders das prächtige Fell der schweren Raubtiere bewundert.

  • Kritik am Umgang mit dem Tigerangriff : Kölner Zoo verteidigt tödlichen Schuss
  • "Altai" tötet Zoo-Angestellte in Köln : Pflegerin vergaß offenbar den Tiger einzusperren
  • Tier wurde erschossen : Tiger im Kölner Zoo tötet Pflegerin

Als zwei der mächtigen Großkatzen miteinander spielen und raufen, können auch die Zoobesucher in Duisburg etwas von der großen Körperkraft erahnen, die der Pflegerin im Kölner Zoo zum Verhängnis wurde. Nach dem Unglück in Köln wurde die Frage laut, wie sicher Raubtiergehege in anderen Zoos sind. "Bei uns ist alles gesetzeskonform. Es gibt eine doppelte Sicherung", so Dr. Jochen Reiter, Sprecher des Duisburger Zoos.

Auch bei den Zoobesuchern ist keine Verunsicherung spürbar. "Das war doch ein Fehler der Pflegerin und damit ein Einzelfall", sagt ein Gast. Ingrid Hormes kommt gerade vom Raubtierhaus, in dem unter anderen auch die Löwen untergebracht sind. "Ich komme schon seit Jahren hierher, manchmal sogar dreimal pro Woche. Angst habe ich keine", erzählt sie.

Inge Paffrath pflichtet ihr bei: "Wir haben uns gerade noch über die Sache in Köln unterhalten. Wir fühlen uns hier trotzdem sicher." Tierarzt Dr. Ralf Unna vom Landestierschutzverband NRW hält die Beziehung zwischen Großkatzen und Pflegern, auch wenn Tier und Mensch sich schon seit Jahren kennen, stets für gefährlich. "Ich denke nicht, dass ein Vertrauensverhältnis entstehen kann. Das sind immer noch Wildtiere", sagt er.

Ziel der Pfleger sei es, dass die Tiere sie als ranghöheres Familienmitglied anerkennen. Sobald ein Pfleger allerdings Schwäche zeige, fühle sich das Tier herausgefordert, den höheren Rang einzunehmen. "Das Ergebnis ist bekannt", so Unna.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tiger im Kölner Zoo tötet Pflegerin

(top)