Duisburg: Besser als arbeitslos

Duisburg : Besser als arbeitslos

Kurzarbeit kann auch eine Chance sein. Jedenfalls dann, wenn die betroffenen Arbeitnehmer die arbeitsfreie Zeit zur Qualifizierung nutzen. Die Regionaldirektion der Arbeitsagentur informierte gestern über die Rahmenbedingungen.

Besser in die Qualifizierung als in die Arbeitslosigkeit: Das ist derzeit die Maxime bei der Bundesagentur für Arbeit. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe sollten sich deshalb an die Bundesagentur wenden. Die Kurzarbeit als sinnvolle Alternative, um Zeiten von Arbeitsausfall zu überbrücken, stand gestern im Mittelpunkt der Pressekonferenz der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit im Duisburger Arbeitsamt.

80 Betriebe in Duisburg

Fast 115 000 Mitarbeiter aus fast 4 000 Betrieben in Nordrhein-Westfalen sind für die Kurzarbeit angemeldet, "extrem viel im Vergleich zu den Vorjahren", wie Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion NRW ausführte. In Duisburg seien in 80 Betrieben rund 3000 Arbeitnehmer betroffen. Mit den neuen Rahmenbedingungen, ungemein günstig für die Arbeitgeber, hoffe man, Anreize für Qualifikationsmaßnahmen zu schaffen. Auch unter diesem Aspekt: Ab 2015 schlägt der demographische Wandel in Nordrhein-Westfalen voll durch, deshalb sollten (jüngere) Arbeitnehmer so gut qualifiziert werden wie es eben möglich ist.

Christiane Schönefeld, Raimund Becker, Vorstandsmitglieder der Bundesagentur für Arbeit und Peter Gasse, Arbeitsdirektor der Hüttenwerke Kruppe Mannesmann, stellten (auch aus Sicht der betrieblichen Praxis) die Vorteile von Kurzarbeit vor — und vor allem die Neuerungen.

So wird die Antragstellung vereinfacht, und die Unternehmen werden von einem Teil der Sozialversicherungsbeiträge entlastet. Bereits zum Jahreswechsel war die maximale Bezugsdauer von sechs auf 18 Monate erhöht worden. Zwar ist die Duisburger Region noch nicht so stark betroffen wie die "Zulieferer-Region" um Hagen und Iserlohn, aber hiesige Unternehmen aus dem Stahlbereich, dem Transport und der Logistik litten eben auch unter dem Konjunkturabschwung.

So schnell wie möglich melden

Die Bundesagentur appelliert vor allem an kleinere und mittlere Betriebe in Duisburg, sich so schnell wie möglich zu melden, wenn es um Kurzarbeit gehen, denn naturgemäß hätten solche Betriebe auch den "größten Beratungsbedarf". Vor allem deshalb, weil es oft schwierig sei, in kleinen Unternehmen eigene Qualifizierungsmaßnahmen auf die Beine zu stellen. Hier helfe die Bundesagentur auch, beispielsweise über Bildungsträger. Raimund Becker: "Auch diese Unternehmen sollten weitestgehend versuchen, die Beschäftigten in ihren Betrieben zu halten. Die Qualifizierungsmaßnahmen sind da ein gutes präventives Instrument." Am Geld, das im Rahmen der Kurzarbeit an die Betriebe (zusätzlich) gezahlt werde, "wird's nicht scheitern".

(RP)