Duisburg: Beschneidung: Lösung wie gefordert

Duisburg : Beschneidung: Lösung wie gefordert

In einer Resolution hatte der Integrationsrat der Stadt Duisburg gefordert, dass es möglichst schnell zur Bildung einer rechtlichen Grundlage für die rituelle Beschneidung von jungen Juden und Muslimen kommen solle.

Man sei sich bewusst, dass bei einem solchen Eingriff selbstverständlich moderne medizinische Standards zu gelten hätten. Der nun erarbeitete Gesetzesentwurf der Bundesregierung scheint genau in diese Richtung zu laufen. Michael Rubinstein von der Jüdischen Gemeinde in Duisburg erklärt, warum der Eingriff so wichtig ist. Im jüdischen Glauben sei die Beschneidung eine "unumstößliche Regel" und ein "Symbol für den Bund mit Gott", erklärt Rubinstein.

Nur beschnittene Juden hätten ein Anrecht auf das Feiern einer jüdischen Hochzeit oder die Bestattung auf einem jüdischen Friedhof. Der Gesetzesentwurf bringe traditionelle Zeremonie und moderne medizinische Praxis zusammen, schließlich sei der Mohel, der jüdische Beschneider, über Jahre hinweg ausgebildet worden und oft ein Arzt.

Auch im Islam wird beschnitten. Die Beschneidung ist zwar kein Bestandteil der fünf Säulen, die dem Islam zugrunde liegen, dennoch gelte sie als religiöse Pflicht mit langer Tradition, so Leyla Özmal, Integrationsbeauftragte der Stadt Duisburg. Beschneidungen von Muslimen und Juden fänden in Duisburg meist in geschlossener Gesellschaft statt. Krankenhäuser würden derzeit für diese Eingriffe nicht aufgesucht, weiß Özmal.

Doch auch so würden hygienisch einwandfreie Maßnahmen ergriffen, auf die die Eltern der Kinder großen Wert legten, erläutert sie. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatte vor erheblichen Schmerzen und psychischen und körperlichen Folgeschäden gewarnt.

(RP/rl)
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