Duisburg: Bergehalde: Gefahr für Mensch und Umwelt

Duisburg : Bergehalde: Gefahr für Mensch und Umwelt

Die CDU-Ratsfraktion lehnt den geplanten Bau einer Bergehalde in Baerl ab. Sie befürchtet unter anderem, dass das Grundwasser und damit der Rhein belastet wird.

Mit klaren Worten lehnen die Umweltpolitiker der Ratsfraktion und die CDU-Fraktion im Bezirk Homberg/Ruhrort/Baerl die geplante Errichtung einer großen Schadgut-Deponie auf der bestehenden Bergehalde Lohmannsheide im Süden Baerls ab. "Wenn hier nahe dem Rhein in Baerl 15 Jahre lang Millionen Tonnen Material der Schadstoffklasse 1 abgekippt wird, drohen langfristig Umwelt- und Gesundheitsschäden weit über den Deponiebereich hinaus", erklären Jörg Brotzki, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion sowie Klaus Radny, Sprecher der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl.

Sie argumentieren weiter: "Denn es ist nachgewiesen und dokumentiert, dass auf der Bergehalde bereits seit dem Ende des 2. Weltkriegs gefährliches Schüttgut und chemische Substanzen in großer Menge jahrzehntelang deponiert wurden, unter anderem die baulichen Reste der ehemaligen Kraftstoff-Gewinnungsanlage in Moers-Meerbeck."

Der Antragsteller und mögliche Betreiber, die neu gegründete Haldengesellschaft DAH1 mit Sitz in Herten, wolle nun 15 Jahre weitere 3,4 Millionen Kubikmeter Material auf die bestehende Halde kippen. Das könnte laut CDU zur Folge haben, dass der Druck von Millionen Tonnen Material der Deponie den Untergrund der Halde in die Ströme des Grundwassers presst. Dabei könnten gefährliche Stoffe wie unter anderem PAK frei gesetzt werden, wie die frühere Landesregierung auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Petra Vogt bestätigte. "Das so belastete Grundwasser fließt mit seinen Strömen dann viele Jahre in den nur wenige hundert Meter entfernten Rhein. Gleich neben der geplanten Deponie befindet sich ein Pumpwerk der Entwässerungsgesellschaft Lineg. Eine Gefährdung der Umwelt am Niederrhein und in den angrenzenden Niederlanden, aber auch eine Gefahr für die Gesundheit der rheinnahen Bevölkerung kann man dann nicht ausschließen", erklärt das CDU-Duo. Inzwischen habe sich auch die CDU-Ratsfraktion in Moers gegen das Deponie-Vorhaben ausgesprochen.

Denn auch das Stadtgebiet von Moers sei laut hiesiger CDU betroffen, wenn das Großprojekt des Hertener Unternehmens "Deponie auf Halden Eins GmbH" realisiert wird: "15 Jahre lang würden bis zu 27 Lkw-Transporte pro Stunde durch die Ortsteile Rheinkamp/Eick, Utfort sowie Meerbeck führen. Anwohner würden jeden Werktag unzumutbar mit Lärm und Abgasen belastet. Das sehen wir genauso wie unsere Moerser Kollegen", so Brotzki und Radny.

Ihr Fazit: "Es gibt ausreichend andere Standorte für die Deponierung von DK1-Material in NRW. Daher sollte die Bezirksregierung Düsseldorf den Antrag auf Errichtung einer Großdeponie in Baerl im Laufe des Verfahrens ablehnen. An diesem Standort ist sie eine Gefahr für die Umwelt und die Gesundheit der Bürger."

(RPN)