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Ben Sluijs mit anspruchsvollem Jazz in der Lutherkirche in Duisburg-Duissern

Duisburger Szene : Belgische Super-Jazzer beenden Intermezzo-Pause

Das Quartett des Saxofonisten Ben Sluijs war in Duisburg zu Gast. Anspruchsvoller Modern-Jazz begeistert das Publikum. Dabei ist sich Ben Sluijs stilistisch weitgehend treu geblieben, wie sein neues Album „Particles“ beweist, das die Band hier vorstellen konnte.

Nach quälenden Umplanungen und einer Absage des Ceccaldi Trios durfte nun das Quartett des belgischen Saxofonisten Ben Sluijs die beliebte Intermezzo-Konzertreihe wiedereröffnen. Erstmals gab es Corona bedingt in der Lutherkirche zwei Konzerte, um den nötigen Abstand zwischen den Besuchern aufrecht zu halten.

Dafür wurde das begeisterte Publikum vom unermüdlichen Veranstalter Karl Bongartz in zwei Schichten aufgeteilt und die prominent besetzte Band durfte ohne Pause zwei Mal spielen. Der 1967 in Antwerpen geborene Ben Sluijs, der zu den prominentesten Jazz-Musikern Belgiens und Europas gehört, zählt zu den profilierten Vertretern eines zeitlosen, aber auch zeitgemäßen Modern Jazz ohne Schnörkel, der auf weltmusikalische Experimente keinen Wert legt. Mehr als 30 Alben hat Ben Sluijs in seiner langen Karriere als Bandleader und Saxofon-Virtuose veröffentlicht und mit Größen wie David Liebman, Philippe Catherine oder Toots Thielemans gespielt.

Dabei ist sich Ben Sluijs stilistisch weitgehend treu geblieben, wie sein neues Album „Particles“ beweist, das die Band hier vorstellen konnte. 

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Zur aktuellen Gruppe gehören der junge und hochtalentierte Pianist Bram de Looze mit seinem lyrischen und gleichzeitig dynamischem Spiel, der pointiert groovende Bassist Lennart Heyndels und der präzise und emsige Schlagzeuger Dre Pallemaerts, die längst ihren eigenen Sound geschaffen haben und bereits mit der geballten Prominenz der internationalen Jazz-Szene zusammen spielten. 

Eröffnet wurde der Abend von Ben Sluijs mit der Komposition „Little Paris“ ganz im Stil der Michael-Brecker-Ära, um dann die Regie solistisch seinen Freunden zu übergeben, von denen vor allem Pianist Bram de Looze trotz seiner jungen Jahre schnell als genialer Virtuose mit feinstem Anschlag zu erkennen war. Und wer als Bandleader ein Rhythmus-Duo mit Lennart Heyndels und Schlagzeuger Dre Pallemaerts an seiner Seite hat, dem kann eigentlich kein Konzert oder eine Studio-Aufnahme mehr misslingen.

Ben Sluijs griff dann zur Querflöte, um sein Publikum mit einem mystischen Hippie-Sound zu verwöhnen. Als Zugabe gab es dann noch die wunderbare Komposition „Ice Crystal“, die man im zweiten Konzert des Abends getrost noch einmal hätte hören können. 

Das Publikum bedankte sich bei einer großartigen Band, die für die weitere Konzert-Saison Maßstäbe setzte und dafür, nach langer Durststrecke endlich wieder ein Intermezzo-Konzert hören zu können.