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Duisburg: Belastung auch durch "Ferntransport"

Duisburg : Belastung auch durch "Ferntransport"

In ersten Städten des Ruhrgebiets droht die Überschreitung der zulässigen Feinstaub-Werte. Duisburg gehört mit Bruckhausen mit bislang schon 32 Überschreitungstagen in diesem Jahr (Stand: 12. Juli) dazu. Die Europäische Union genehmigt bei der Feinstaub-Belastung für das gesamte Jahr maximal 35 Überschreitungstage. Wird dieser Grenzwert überschritten, müssen Maßnahmen zur Reduzierung der Feinstaub-Belastung in die Wege geleitet werden. Deshalb traten im vergangenen Jahr Luftreinhaltepläne in zahlreichen Städten in Kraft. Zu diesen Städten mit Umweltzonen, in denen nur Fahrzeuge mit Schadstoffplaketten fahren dürfen, gehört auch Duisburg.

Überschreitung in Bruckhausen

Obwohl die Grenzwerte in Duisburg zumindest in einem Fall, eben in Bruckhausen, aufs Jahr gesehen überschritten werden, wird es noch nicht zu Einschränkungen beispielsweise im Straßenverkehr kommen. In der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission Städten wie unter anderem Düsseldorf verlängerte Fristen zur Einhaltung der Feinstaub-Werte eingeräumt. Auch für Städte wie Duisburg und Essen soll eine solche Regelung demnächst erreicht werden. Somit ist nun bis 2011 Zeit, die Feinstaub-Belastung in die zuständigen Grenzen zu verweisen. Sollten dann allerdings erneut Verstöße gegen die Obergrenzen festgestellt werden, kann die EU ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten.

"Für die Einhaltung der Messwerte ist das Land zuständig, das auch die Messstationen eingerichtet hat", sagte gestern auf Anfrage der RP Dr. Thomas Griebe vom Umweltdezernat. Insgesamt müsse ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt werden, wenn an den kritischen Punkten die Feinstaub-Belastung in den zulässigen Grenzen eingehalten werden soll. Wobei es nicht nur an der Verkehrsbelastung und den Industriebetrieben liegt, wenn in Duisburg die Grenzwerte (40 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft) überschritten werden. Dr. Griebe spricht dabei von der so genannten "Hintergrundbelastung". Er meint damit den "Ferntransport" von belastenden Stoffen beispielsweise aus den Benelux-Staaten oder anderen Städten des Ruhrgebiets. Dr. Griebe: "Ein Großteil der Emissionen ist nicht lokal bedingt, da hat man dann als Stadt auch gar keinen Einfluss."

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Noch keine Konsequenzen

Bis Ende 2010 sollen die Auswirkungen ausgewertet werden. Dabei wird dann auch den Fragen nachgegangen, was die Maßnahmen bisher – zum Beispiel Einrichtung der Umweltzone – bewirkt haben und wie sich der "Ferntransport" niederschlägt. Bislang jedenfalls gibt es keine Konsequenzen und Sanktionen für Duisburg.

(RP)