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Duisburg: Bei Christine Westermann geht mit 65 noch was

Duisburg : Bei Christine Westermann geht mit 65 noch was

Klar, dass die Zentralbibliothek ausverkauft war, als die bekannte und beliebte Hörfunk- und Fernsehjournalistin Christine Westermann jetzt dort für den Verein für Literatur und Kunst aus ihrem jüngsten Bestseller "Da geht noch was. Mit 65 in die Kurve" las.

In diesem Monat ist Westermann, die viel jünger wirkt, tatsächlich 65 geworden. Die vergangenen drei Jahre auf dem Weg dorthin hat sie in diesem Buch beschrieben. Letztlich geht es aber weniger um die ominöse Altersgrenze und das Alter als solches, als vielmehr um die mit entwaffnender Offenheit vorgetragene Selbstvergewisserung eines Menschen. Wenn die Autorin aus ihrem Buch liest und zwischendurch den Hintergrund erzählt, dann wird vollkommen zwanglos ihre Persönlichkeit deutlich.

Schüchtern und humorvoll

Zum einen ihre Schüchternheit, die sich äußert in Bemerkungen wie "Sie sind ja tatsächlich wegen mir gekommen" oder "Manchmal denke ich immer noch, dass man eines Tages drauf kommt, dass ich es gar nicht kann", und ihre Bescheidenheit, die sie im Restaurant mit Freunden gegenüber der Klotür sitzen lässt, damit die anderen diese nicht sehen müssen und es ihnen gut geht. Zum anderen ihre sprudelnde Lebenslust: "Ich bin so eine Plaudertasche — wenn Sie mich nicht bremsen, verrate ich Ihnen alle Bilderrätsel aus ,Zimmer frei', die in den nächsten Jahren kommen" oder "Sie können mich alles fragen, auch über Frank Plasberg", mit dem zusammen sie 19 Jahre lang die "Aktuelle Stunde" moderierte.

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Zum verbindenden Element wird ihr Humor, der sie zum Beispiel selbstironisch über ihre "Small-talk-Angst" erzählen lässt. Und ein beruflicher Termin in einem buddhistischen Schweigekloster brachte sie zu der Erkenntnis, dass der Schlüssel zu allem in der Achtsamkeit liegt. Im Hier und Jetzt leben, den Moment bewusst wahrnehmen, das sei für sie die Erleuchtung gewesen.

Versuchten Rauswurf überstanden

Ihr Haussender, der Westdeutsche Rundfunk, wollte sie zum 18. Geburtstag der Sendung "Zimmer frei" aus Altersgründen hinauswerfen, verpackt in die freundliche Frage: "Wie lange willst Du das noch machen?"

Doch ihr in den Shows kongenialer Co-Moderator Götz Alsmann meinte: "Entweder mit Christine oder gar nicht", und sie weigerte sich, dies wie verlangt bei einer Pressekonferenz als ihren eigenen Entschluss darzustellen ("Ich stehe für Wahrhaftigkeit"). So bleibt sie uns bis zum 20. Geburtstag dieser Sendung erhalten.

(hod)