Warum dieses Duisburger Wahrzeichen Unterstützung braucht Bauverein soll Erhalt der Salvatorkirche sichern

Der imposante Bau am Burgplatz lässt sich nicht allein durch die Gemeinde Alt-Duisburg erhalten. Nun soll ein Verein helfen.

 Die Renovierung der Salvatorkirche am Burgplatz wird sich über viele Monate hinziehen. Wenn alles gut läuft, sollen die Baugerüste im März 2020 wieder verschwinden. Das Gerüst kostet rund 2000 Euro pro Woche.

Die Renovierung der Salvatorkirche am Burgplatz wird sich über viele Monate hinziehen. Wenn alles gut läuft, sollen die Baugerüste im März 2020 wieder verschwinden. Das Gerüst kostet rund 2000 Euro pro Woche.

Foto: Christoph Reichwein (crei)

Birgit Beisheim ist Katholikin. Dennoch sagt sie: „Gerade dieses Gebäude ist ein wichtiger Ort für Duisburg. Deshalb ist es mir eine Herzensangelegenheit, hier etwas beizutragen.“ Die Chefin des Kreisverbandes der Duisburger Grünen und frühere Landtagsabgeordnete zählt genau so wie Bürgermeister Volker Mosblech und Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, zu den Gründern des Bauvereins Salvatorkirche. Der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, für den Erhalt dieses Wahrzeichens der Stadt einzutreten und die Erinnerungen, die mit diesem Bauwerk verbunden sind, lebendig zu halten.

„Mitglied des Bauvereins bin ich als Privatperson“, betonte Schneider am Mittwoch. Er erinnerte daran, dass in der Salvatorkirche bereits 1610 bei einer Versammlung der Grundstein für die heutige Verfassung der Evangelischen Kirche im Rheinland gelegt worden war.

Die Salvatorkirche ist Eigentum der Gemeinde Alt-Duisburg. „Sie hatte in den 80-er Jahren rund 15.000 Mitglieder. Heute sind es noch 9000 – und das nach der Fusion mit dem Kirchenkreis Duissern“, so Schneider. Die Gemeinde sei deshalb aus eigener Kraft gar nicht mehr in der Lage, die Salvatorkirche zu erhalten, wenn er auch noch keine akute Gefahr für den gotischen Bau sehe.

 Sie warben am Mittwoch für den Bauverein (von links): Armin Schneider, Birgit Beisheim und Volker Mosblech.   RP-Foto: Prümen

Sie warben am Mittwoch für den Bauverein (von links): Armin Schneider, Birgit Beisheim und Volker Mosblech. RP-Foto: Prümen

Foto: Norbert Prümen (nop)

Die derzeit laufende Turmsanierung koste rund drei Millionen Euro, sei aber finanziell abgesichert. Der Superintendent und Vorsitzende des neuen Bauvereins erinnert daran, dass alle 15 bis 20 Jahre Sanierungen dieser Größenordnung notwendig seien. „Das übersteigt die Kraft der Gemeinde bei weitem“, so Schneider. Deshalb habe die Synode, also das Kirchenparlament, des Kirchenkreises bereits vor vier Jahren einen einstimmigen Beschluss gefasst, eine jährliche „Substanzerhaltungspauschale“ von 115.000 Euro für die Salvatorkirche festzuschreiben. Damit erkennen alle Gemeinden in Duisburg die besondere Bedeutung des Gotteshauses am Burgplatz an.

Volker Mosblech erinnerte daran, dass die Salvatorkirche mehr sei als nur eine evangelische Kirche. Hier findet zu Beginn einer jeden Ratsperiode ein ökumenischer Gottesdienst für die Ratsmitglieder statt. Hier fand auch der zentrale, im TV übertragene Gottesdienst zur Loveparade-Katastrophe statt, hier treffen sich die Angehörigen am Jahrestag des schrecklichen Ereignisses. Hier gibt es bekanntlich auch regelmäßig die „Kanzelpredigten“ mit Prominenten – die nicht unbedingt etwas mit der evangelischen Kirche zu tun haben müssen. Mit dabei waren unter anderem auch schon die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor oder Linken-Politiker Gregor Gysi. Die nächste Kanzelpredigt ist übrigens am 17. März mit Kathrin Göring-Eckardt.

Bisher hat der Verein 28 Mitglieder, unter anderem auch Nikolaus Schneider oder die KD-Bank als juristisches Mitglied. Es sollen möglichst viele werden, um möglichst viel für dieses Wahrzeichen Duisburgs zu tun. Normale Mitglieder zahlen einen Jahresbeitrag von 50 Euro, juristische Personen 100 Euro. Mitglied kann jeder werden, unabhängig von der Konfession.

Offiziell vorgestellt werden die Ziele des Bauvereins am Freitag, 8. März, ab 19 Uhr in der Salvatorkirche. Die Initiatoren versprechen ein buntes Programm bei freiem Eintritt. Dabei werden auch Oberbürgermeister Sören Link, der von seinem Dienstzimmer im Rathaus auf die Kirche blickt, und Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, für den Verein werben. Außerdem soll es einen Auftritt von „Mercators Nachbarn“ geben.

Weitere Informationen, darunter auch Angaben zu den Spendenkonten und ein Mitgliedsformular, gibt es unter www.bauverein-salvatorkirche.de im Internet.

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