Duisburg: Baustellen: Großer Wurf nicht gelungen

Duisburg : Baustellen: Großer Wurf nicht gelungen

Gleich zwei innerstädtische Baustellen im Duisburger Westen sollen bis morgen verschwunden sein. Wie fährt es sich zwischen Pelles-Kurve und Brücke An der Cölve?

Wer in den vergangenen Monaten mit dem Auto, sagen wir, von der Duisburger Innenstadt über Asterlagen weiter nach Rumeln wollte, brauchte starke Nerven. Zumindest, wenn er die Route A40/Pelles-Kurve/Brücke An der Cölve wählte. Man schlich hier vom Autobahnstau über einen Baustellenstau hin zu einem Ampelstau am Brücken-Nadelöhr. Nun ist die A40 zumindest wieder zweispurig befahrbar, die Baustelle an der Pelles-Kurve ist ebenso bald Vergangenheit wie die Verengung der Cölve-Brücke. Wie fährt es sich, so ganz ohne Staus? Ein Selbsttest.

Es fährt sich nach der Verlegung der neuen Straßendecke auf der Asterlager Straße deutlich ruhiger und ruckelfreier als vorher, so die erste Erkenntnis. Wenn dann noch die Gefahren-Schilder wieder aufgehängt und sämtliche Markierungen sowie das versprochene Piktogramm auf die Straße gemalt wurden, kommt man bestimmt sicherer durch die unübersichtliche Kurve als noch vor einem Jahr.

Damals hatte man auf ein halbes Dutzend Unfälle reagiert und allerlei Maßnahmen eingeleitet (wir berichteten). Ein Jahr und 200 000 Euro Mehrkosten später - der Umbau kostet jetzt 400 000 Euro - kann man nun von so etwas ähnlichem wie freier Fahrt sprechen.

Was viele aufregt, sind die Mehrkosten und auch die monatelange Verzögerung der Arbeiten. So mancher zweifelt die Sinnhaftigkeit der gesamten Baumaßnahme an. Piktogramme, ein Grünschnitt, eine Verbreiterung der Kreuzung Winkelhauser Straße sowie ein neuer Bodenbelag würde die Raser sicherlich nicht von ihrem Tun abhalten. "Wir appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, besonders bei nasser Straße in angemessener Geschwindigkeit durch die Kurve zu fahren", hatte der Straßenbaulastträger Straßen-NRW immer wieder mitgeteilt. Das Hauptproblem, die Straße an der engen Kurve zu begradigen, sei nämlich nicht gelöst worden. Bekanntermaßen steht nahe der Kurve ein Wohnhaus, Verhandlungen über einen Kauf seien nicht geführt worden. Es bleibt also abzuwarten, ob die Zahl der Unfälle auf der Strecke tatsächlich sinkt. Weiter auf der Route in Richtung Rumeln: Über die Bergheimer Straße, den Kreuzacker und die Trompeter Straße gelangt man zur Brücke An der Cölve. Und zwängte sich bisher durch einen schmalen Pylonenparcours in Richtung Rumeln. Dieser Zustand, so teilte es die zuständige Stadt Moers bereits vor einem Monat mit, sollte schnell behoben sein.

Das 140 000 Euro teure Provisorium zur Stabilisierung der Brücke ist nämlich längst fertig. Es bedürfe lediglich einiger abschließender Gespräche und die Pylonen würden entfernt, hieß es aus dem dortigen Rathaus.

Diese Gespräche zogen sich offenbar mehr als einen Monat lang hin, erst am morgigen Mittwoch soll die Brücke wieder für den Busverkehr freigegeben werden. Autos und Linienbusse dürfen wie berichtet rüber, für Lkw ab zwölf Tonnen ist das Bauwerk tabu, entsprechende Sperren sind aufgebaut.

Die Nerven der Autofahrer im Duisburger Westen könnten also künftig etwas geschont werden. Auch wenn der ganz große Wurf nicht gelungen ist. Dafür hätte man die Pelles-Kurve begradigen und die Cölve-Brücke komplett neu bauen müssen. Eine Kurven-Begradigung kommt womöglich niemals, der 3,2 Millionen Euro teuere Brückenneubau ist für das Jahr 2018 geplant. Spätestens dann drohen wieder Staus...

(RP)
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