Duisburg: Bauernregeln treffen manchmal zu

Duisburg: Bauernregeln treffen manchmal zu

Wann der Frühling kommt, ist für die Landwirte im Duisburger Süden wichtig für die richtige Planung und den Start der Bepflanzung ihrer Felder. Dazu ziehen sie auch manchmal mit einem Augenzwinkern überlieferte Merksätze heran. Diese besagen, dasss frühstens im April der Frühling kommt.

Süden "Wenn der März kommt wie ein Wolf, geht er wie ein Lamm" – auf gut Deutsch: Wenn es Anfang März kalt ist, kommt der Frühling am Ende dieses Monats. Nach dieser Bauernregel agiert momentan Landwirt Jürgen Schaumlöffel, der gestern die Gerste auf seinen Felden im Duisburger Süden aussäte. "Natürlich ist es momentan noch ein wenig kalt. Aber wenn es wärmer wird, legen die Pflanzen eine Doppelschicht ein und holen das nach", berichtet der Bauer. "In den vergangenen Tagen haben wir schon die Felder mit Stickstoff gedüngt und somit dem bereits gepflanzten Gemüse die notwendige Nahrung gegeben. Momentan gibt es viel zu tun."

Kälte setzt Pflanzen zu

Natürlich mache die Kälte auf dem Feld nicht nur den Pflanzen, sondern auch den Menschen die Arbeit schwer. "Aber solange man die Sonne im Herzen trägt wie ich, ist immer Frühling", so Schaumlöffel. Seinen Mähdrescher, den der Landwirt liebevoll "August" getauft hat, lässt Schaumlöffel derzeit jedoch noch in der Scheune stehen. "Der darf sich noch ausruhen. Viel mehr als die Getreideernte, zu der es ja noch lange hin ist, beschäftigt mich momentan die bald kommende Spargelernte. Wenn alles glatt läuft, können wir Mitte April damit anfangen, den Spargel einzubringen."

Eine konträre Meinung zu dem Frühlingsanfang hat Schaumlöffels Kollege Hermann Blomenkamp. Er kennt nämlich eine andere Bauernregel, die den Frühling in den April verschiebt. "Bei uns kennen wir noch folgende Bauernregel: "Sonnt sich der Dachs in der Lichtmess-Woch', so muss er vier Wochen zurück ins Loch.' Das heißt, wenn im Februar die Sonne scheint, der Frühling sich ein wenig verschiebt. nach meiner Einschätzung wird das so Anfang oder Mitte April sein", ist sich der Sermer sicher. Eigentlich wollte er gestern schon die Kartoffeln in die Erde bringen, doch am gestrigen Vormittag war das Erdreich noch gefroren. "Aber in den nächsten Tagen werden wir das angehen."

Auch bei Reinhard Mosch aus Mündelheim laufen die Vorbereitung für die Aussaat. Dass es momentan noch ein wenig kalt ist, stört ihn nicht wirklich. "Besser für uns Bauern ist es, wenn die Temperatur konstant bleibt und stetig steigt. Schlecht wäre es, wenn sich Frost und Wärme immer abwechseln würden, denn dann können die Pflanzen keine Wurzeln schlagen." Momentan düngt er seine 90 Hektar, die er mit Getreide bepflanzt hat. "In rund 14 Tagen werden die Pflanzen dann genug Nährstoffe haben, um richtig gut zu wachsen." Eine Bauernregel fiel ihm gestern jedoch nicht auf anhieb ein. Zufall? Sein Nachbar und Kollege Blomenkamp formuliert es im Gespräch mit unserer Zeitung so: "Die einzige Bauernregel die immer stimmt, ist die: 'Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder bleibt wie es ist."

(RP)