Baubranche wirbt am Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg um junge Frauen

Am Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg: Baubranche wirbt um junge Frauen

Zum Weltfrauentag fand am Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg eine Expertinnenrunde statt. Schülerinnen erfuhren allerhand Wissenswertes.

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) sind die Schulfächer, in denen in den letzten Jahren besonders Mädchen gefördert wurden. Wer sich für diese Fächer begeistern kann, ist automatisch auch für die Baubranche interessant. Doch hier arbeiten bisher sehr viel weniger Frauen als Männer. Das soll sich ändern, dachte sich Sarah Kosmann.

Sie ist Bauingenieurin und nachdem sie für verschiedene Institute und für ein Ingenieurbüro gearbeitet hatte, machte sie sich letztes Jahr mit ihrem eigenen Ingenieurbüro für Bauphysik selbständig. Auf diese Weise gelingt der dreifachen Mutter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr viel besser. Über Facebook lernte sie andere selbstständige Mütter aus der Baubranche kennen. In einer Gruppe tauschen sie sich jetzt regelmäßig aus und vernetzen sich. Alle sind der Meinung, dass es ein Jammer ist, wie wenig Frauen eigentlich in ihrer Branche tätig sind.

Um mehr Mädchen und Frauen für die Baubranche und ihre Möglichkeiten zu interessieren, entwickelten sie die Idee einer Expertinnenrunde, die sie anlässlich des diesjährigen Weltfrauentags online streamen wollten. Um möglichst viele junge Frauen zu erreichen, trat Sarah Kosmann in Kontakt mit ihrer ehemaligen Schule, dem Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg (FAL) in Duisburg-Neudorf, wo sie im Jahr 2004 die Ausbildung zur Bautechnischen Assistentin mit Fachhochschulreife abgeschlossen hatte. Dort war man sogleich begeistert von der Idee und entschloss sich, die Mädchen aller Assistentinnen-Bildungsgänge in das Projekt miteinzubeziehen. Am FAL-Berufskolleg werden gestaltungstechnische, bautechnische und umweltschutztechnische Assistentinnen ausgebildet.

Die Expertinnenrunde, die aus fünf Frauen bestand, wurde moderiert. So war es den etwa 40 anwesenden Schülerinnen möglich, während des Streams via Handy Fragen zu stellen, die die Ingenieurinnen dann beantworten konnten. Die Themen der Runde waren neben der Wahl des Studienortes natürlich Selbständigkeit, Familienplanung  und die Vereinbarung von Familie und Beruf. Die meisten Expertinnen starteten ihre berufliche Karriere im Angestelltenverhältnis, merkten aber bald, dass die Vorgesetzten ihrem Wunsch nach Vereinbarkeit im Wege standen. Zwar sei die Selbständigkeit auch nicht immer einfach, aber durch die gegenseitige Unterstützung, die die Frauen untereinander erfahren, sei die Vereinbarkeit eher gegeben als im Angestelltenverhältnis, betonten die fünf Frauen.

Als Fazit für ihre jungen Zuschauerinnen betonten alle Expertinnen, es sei wichtig, mutig zu sein, sich klar und deutlich zu positionieren und einzufordern, was ihnen zusteht. Die Mädchen sollten sich nicht entmutigen lassen durch Vorurteile und sich gut vernetzen und unterstützen.

Der Stream ist auch nach der Live-Übertragung noch abrufbar unter www.frau-liebt-bau.de.

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