Duisburg: Baubeginn für neues Wedau-Viertel schon 2018?

Duisburg: Baubeginn für neues Wedau-Viertel schon 2018?

Die Planungen für das Gebiet am Masurensee in Wedau nehmen immer konkretere Formen an. Laut Gebag-Chef Bernd Wortmeyer könnte die Stadt mit dem Bau sogar schon früher beginnen als bislang geplant.

Eine Architektenvilla mit Seeblick, ein etwas bescheideneres Häuschen wenige Gehminuten vom Masurensee entfernt, eine Sozialwohnung in einem gepflegten Mehrfamilienhaus in reizvoller Umgebung - die Palette der Wohnmöglichkeiten im neuen Teil von Wedau wird breit sein. Bekanntlich wird in den nächsten Jahren auf einem 600.000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Masurensee, Regattabahn, Wedauer Brücke und Bahngleisen die größte Neubausiedlung NRWs entstehen. Wird die 30 Hektar große Fläche nördlich der Wedauer Brücke noch hinzugrechnet, die vor allem für uninahe Forschungseinrichtungen gedacht ist, wird Wedau-Neu so großräumig, dass es fast für einen eigenständigen Stadtteil reicht.

Gerade erst ist die Entscheidung auf den Weg gebracht worden, dass der Eisenbahner-Sportverein auf seinem Grundstück bleibt und nur der Kleingartenverein am Masurensee umziehen wird. Alles andere wäre nicht finanzierbar gewesen. Fest steht auch, dass die Deutsche Bahn Eigentümerin des weitaus größten Teils der Fläche ist und bleibt und die Stadt, genau wie die Gebag, die Entwicklung übernimmt - in Absprache mit der Bahn.

Der Plan sieht eine Bebauung bis ans Seeufer vor. Foto: Gebag)

Die teuersten Grundstücke werden die für die Edelhäuser am See sein. Vierstellige Quadratmeterpreise sind in Duisburg alles andere als üblich (im feinen Angerbogen zum Beispiel wird die Spitze bei 700 Euro liegen).

Noch im kommenden Jahr hofft Gebag-Chef Bernd Wortmeyer die ersten Kaufverträge unter Dach und Fach zu haben. Das geht unabhängig davon, dass für Mitte 2019 geplant ist, den Satzungsbeschluss zu fassen. "Ein Top-Zeitplan ist das", so Wortmeyer. Schon wegen der Größe jedes einzelnen der beiden Plangebiete sei alles sehr zeitaufwändig. Es gilt, jede Menge Vereinbarungen mit den Eigentümern festzulegen, die strengen Auflagen des Naturschutzes zu berücksichtigen und, und, und....

Eine Uferpromenade soll das Schmückstück des neuen Viertels sein. Foto: loidl
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Neben der Wohnbebauung muss zum Beispiel Übereinkunft getroffen werden, wie das Seeufer künftig aussehen soll. Denn in jedem Fall sollen die Duisburger weiterhin bis ans Wasser gehen können. Auf der anderen Seite wollen diejenigen, die die Luxusvillen in Wassernähe kaufen, sicherlich nicht ständig begafft werden. Eine andere Herausforderung: Die Größe des Neubaugebietes und die Unterversorgung im heutigen Wedau und Bissingheim machen die Ansiedlung eines Nahversorgungszentrums notwendig. Das könnte theoretisch schon in Betrieb gehen bevor das erste neue Haus auf dem Areal errichtet ist. Denn Kunden für einen Lebensmittelmarkt beispielsweise gibt es schon jetzt genug. Mindestens genau so spannend wie die Entwicklung des Wohngebietes am Masurensee wird die des nördlich der Wedauer Brücke liegenden Areals, auf dem vor allem die Universität Raum bekommen soll.

In einem Teil werden sich Start-Up-Unternehmen tummeln, in einem anderen stehen Forschung und Lehre im Vordergrund, und wiederum an anderer Stelle sollen Institute ihre Zelte aufschlagen, die für und mit der Universität arbeiten. In ersten Entwürfen ist sogar ein Gebiet abgegrenzt, in dem seltene Tiere und Pflanzen unter Schutz gedeihen können.

Auch eine Erweiterung des Sportparks könnte auf diesem 30 Hektar großen Areal möglich sein. Auch wenn die Gebag die Projetkentwicklung übernommen hat, soll sich das auf die finanzielle Seite der Gesellschaft nicht negativ auswirken. Die Kosten für die Entwicklung will sich das Unternehmen zurückholen, zum Beispiel über den Grundstücksverkauf an die Häuslebauer. Aber hier hat die Eigentümerin Bahn ein gewichtiges Wort mitzureden.

(RP)
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