Duisburg: Bau-Possen im Duisburger Süden

Duisburg: Bau-Possen im Duisburger Süden

Städtische Bautrupps haben im Süden für Ärger bei Anwohnern gesorgt. In Wanheim haben die Wirtschaftsbetriebe Privatparkplätze mit Pollern blockiert. In Hüttenheim gibt es Ärger um Straßenlaternen.

Günther Born fühlt sich erpresst. Der Buchholzer lebt seit mehr als 30 Jahren mit seiner Frau in einer kleinen Wohnung an der Römerstraße. Die Räumlichkeiten über der Traditions-Fliesenhandlung Schilling sind sein Eigentum. Und er ist stolz darauf. Teuer sei die Wohnung damals gewesen, erinnert er sich, "aber eine Investition in die Zukunft". Den Autostellplatz vor der Türe hat er dazugekauft. 10.000 Mark habe der gekostet, erinnert sich Born. 30 Jahre lang sei alles normal gewesen. "Keine Probleme. Nie. Wir waren immer glücklich und zufrieden, bis Dienstag."

Denn Anfang der Woche war plötzlich alles anders. Born ist stinksauer. "Am Dienstagmorgen stand ein Bautrupp vor der Türe, die Wirtschaftsbetriebe", sagt der Rentner. "Die haben uns einfach Poller vor unsere Parkplätze gesetzt, ohne Vorwarnung. So wie es jetzt ist, können wir die Plätze nicht mehr nutzen." Vier Eigentümer-Stellplätze seien betroffen und fünf der Fliesenhandlung. Borns Ärger ist groß.

Noch weniger nachzuvollziehen ist auf den ersten Blick allerdings eine Baumaßnahme der Stadtwerke an der Mannesmannstraße in Hüttenheim. Dort hat das Unternehmen neue Straßenlaternen eingesetzt - allerdings nicht wie üblich auf dem Bordstein, sondern mitten auf dem Fahrradweg. Ein Versehen? Keineswegs. "Die Versorgungsleitungen in der Erde verlaufen dort ungünstig", erklärt Stadtwerke-Sprecher Felix zur Nieden die ungewöhnliche Baumaßnahme. "Außerdem wird die Wegführung an dieser Stelle geändert. Das war wegen der Witterung bisher noch nicht möglich." Geplant sei an dieser Stelle der Bau eines kombinierten Rad- und Fußweges. "Wenn der fertig ist, dann werden die Laternen nicht mehr auf dem Radweg stehen." So weit die Stadtwerke!

Die Platzierung der neuen Straßenlaternen mitten auf dem Radweg der Mannesmannstraße sorgt für Verwunderung. Foto: reichwein

Zurück nach Wanheim. Günther Born entschied sich, den Bautrupp der Wirtschaftsbetriebe anzusprechen. Der verwies nur auf einen Auftrag der Stadt. "Nach einigen Telefonaten haben wir dann herausgefunden, dass sich wohl ein Nachbar beschwert hat, weil unsere Autos beim Parken 30 Zentimeter in den Gehweg hineinragen würden", so Born. "Das ist ja gut und schön, Aber die können doch trotzdem nicht ohne Mitteilung hier anrücken und unsere Parkplätze zubauen. Die Stellflächen sind schließlich auf privatem und nicht auf städtischem Grund."

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Ganz neu ist der Ärger um die Parkplätze der Borns nicht. Vor etwa 20 Jahren habe es schon einmal eine Beschwerde gegeben. "Wir sind damals aufgefordert worden, den Bordstein abzusenken", erinnert sich Born, "sollten aber selbst für die Kosten aufkommen. Wir haben uns daraufhin bei befreundeten Bauunternehmern erkundigt und über Preise gesprochen." Die Stadt habe es dann anders gewollt. "Man hat uns gesagt, dass die Stadt für die Ausschreibung der Bauarbeiten zuständig ist. Die Preise, die damals aufgerufen wurden, waren meilenweit von denen entfernt, die wir hätten zahlen müssen, hätten wir den Umbau selbst in die Hand genommen." Damals seien einige Briefe hin und hergegangen und danach hätten sie nichts mehr gehört, "über 20 Jahre lang". Vor zwei Jahren sei dann ein weiterer Brief der Stadt bei den Eigentümern eingetrudelt - derselbe Fall, dieselben Argumente. Auch danach hätten sie nichts mehr gehört, "bis am Dienstag plötzlich der Bautrupp vor unserer Türe stand."

Günther Born fühlte sich hilflos. Der Bautrupp habe in seinem Beisein ein Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Stadt geführt. Da habe man ihnen gesagt, wenn sie den Bordstein absenken würden, kämen die Poller sofort wieder weg. "Unmöglich", findet Born, "wir fühlen uns erpresst."

Die Wirtschaftsbetriebe stellen den Fall etwas anders dar als die Hausbewohner. "Bei Straßenkontrollen ist aufgefallen, dass der Bordstein vor dem Gebäude beschädigt ist", sagt WBD-Sprecherin Silke Kersken. "Wir haben die Hausverwaltung in einem Schreiben informiert, dass sie die Möglichkeit hat, bei der Stadt die Einrichtung einer Grundstückszufahrt zu beantragen." Von der Hausverwaltung habe man daraufhin aber nichts gehört. Die Poller seien aufgestellt worden, um eine weitere Beschädigung des Bordsteines zu verhindern. Dass diese Maßnahme drohe, sei der Hausverwaltung rechtzeitig mitgeteilt worden.

(th)