Duisburg Barisic will Geld von den Stadtwerken

Duisburg · Die Stadtwerke hatten Branko Barisic, Eigentümer des "Problemhauses" und weiterer Bergheimer Immobilien, auf über 51.000 Euro wegen offener Energierechnungen verklagt. Der Vermieter reichte jedoch am Donnerstag Widerklage ein.

Gestern stritten Branko Barisic und die Stadtwerke Duisburg in einem Zivilverfahren vor dem Landgericht Duisburg um mehr als 51.000 Euro. Der Energieversorger hatte Barisic, für den ein Rechtsanwalt und ein persönlicher Vertreter vor Gericht erschienen, auf Zahlung dieser Summe verklagt. Er soll zahlreiche Rechnungen über Strom, Gas und Fernwärme nicht bezahlt haben. Ein Teil der Rückstände soll im "Problemhaus" In den Peschen und weiteren Immobilien in Bergheim, die Barisic unter anderem an Roma vermietet hatte, angefallen sein.

Das Verfahren musste unterbrochen werden, da die Parteien kurz vor Prozessbeginn neue Schriftsätze bei Gericht eingereicht hatten. Die Stadtwerke korrigierten ihre Forderung von 51.800 auf rund 51.400 Euro. Die Vertreter von Barisic erhoben hingegen Widerklage. Sie erklärten, Barisic sei nicht zum Begleichen der Forderung bereit und beantragten stattdessen, das Versorgungsunternehmen zur Zahlung von Teilschadensersatz zu verurteilen.

Ein Vertreter der angeblichen Rotlichtgröße begründete diesen Schritt damit, dass die Stadtwerke ihre Forderungen nicht in allen Fällen an Barisic selbst, sondern an eine zwischengeschaltete Wohnungsverwaltungsgesellschaft gerichtet hätten. "Diese Gesellschaft war aber nicht bevollmächtigt", so der Vertreter. Außerdem hätte das Verwaltungsunternehmen gezahlte Mieten ohne Zustimmung des Eigentümers einfach einbehalten und schließlich veruntreut, so dass die Mieterkonten für die Abbuchung der Energiekosten nicht gedeckt gewesen seien.

Barisics Vertreter warfen den Stadtwerken außerdem vor, in den Fällen, in denen bekannt war, in welchen Wohnungen die Rückstände angefallen waren, nicht zunächst das Gespräch mit den einzelnen Mietern gesucht zu haben, bevor sie die Rechnungen an Barisic schickten. "Ich sehe da ein Mitverschulden", so einer der Vertreter.

Im Übrigen geht aus der Widerklageschrift hervor, dass Barisic von den Stadtwerken hätte informiert werden müssen, wenn es dem Energieversorger nicht gelang, die einzelnen Mieter in den Immobilien ausfindig zu machen. Stattdessen seien die offenen Rechnungen direkt an den Eigentümer oder die Wohnungsverwaltungsgesellschaft geschickt worden, monieren die Rechtsbeistände. Das Gericht will am 8. Mai darüber entscheiden, wie das Verfahren weitergeht.

Ein Vertreter von Barisic teilte vor Prozessbeginn mit, dass das "Problemhaus" bis 15. April vollständig geräumt sein soll. Der Sanierungsstau sei enorm.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort