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Duisburg: Ballett soll mehr Publikum anziehen

Duisburg : Ballett soll mehr Publikum anziehen

Auf allgemeinen Beifall trifft die Ankündigung der rot-rot-grünen Ratsfraktionen, den Fortbestand der Opernehe zu sichern. Für Irritation sorgt die Ankündigung, was eine "Ausgliederung" des Balletts bedeuten kann. Ein "Staatsballett" sieht auch der politische Gegenspieler CDU als positiv.

Das Votum der Duisburger Sozialdemokraten, Linken und Grünen, die sich nun klar für den Erhalt der Deutschen Oper am Rhein ausgesprochen haben, wurde in Düsseldorf mit einiger Erleichterung zur Kenntnis genommen. Die damit von der Duisburger Ratsmehrheit verbundene Forderung, das Ballett aus der Rheinoper auszugliedern, um einen großen Zuschuss einzusparen, sorgt indes für Verwirrung. DOR-Generalintendant Prof. Christoph Meyer wollte dazu konkret gestern noch keine Stellung nehmen. Sicher scheint, dass da noch viele Verhandlungen nötig sind.

So ist auch nicht klar, was eine Ausgliederung des Balletts bedeuten kann. "Wer das Ballett aus der Rheinoper streicht, der hackt gewissermaßen eine Hand ab", sagte ein Duisburger Opernfreund im RP-Gespräch. Martin Schie, Solo-Oboist der Duisburger Philharmoniker, sieht es ähnlich. Ballettchef Martin Schläpfer biete hervorragende und sehr attraktive Programme. Leider würden sie nicht so besucht, wie sie es verdienten, meinte er. Schie fände es jammerschade, wenn man im Duisburger Theater keine erstklassigen Ballettabende mehr erleben könnte.

Dr. Martin Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker, freut sich ebenfalls über das positive Votum zum Erhalt der Opernehe. Bevor man über die Abschaffung des Balletts rede, müsse man darüber nachdenken, wie bei der Oper sonst gespart werden kann und wie höhere Einnahmen erzielt werden können. Richtig sei, dass die Besucherzahlen in Duisburg beim Ballett zu wünschen übrig lassen. "Da müssen wir was tun", so Wendel. In Düsseldorf würden die Ballettvorstellungen von Martin Schläpfer viel stärker als in Duisburg besucht.

Frank Heidenreich, kulturpolitischer Sprecher der CDU, sagte gestern Nachmittag, dass die SPD die Vorschläge der CDU zur Opernehe im Grunde nur wiederhole, um sich als Opernretter aufzuspielen. Auch Heidenreich sieht die Notwendigkeit, über die Strukturen beim Ballett nachzudenken. Die CDU wolle das Ballett in Duisburg aber nicht abschaffen, sondern für das Publikum attraktiver machen. Der Gedanke, das Rheinopern-Ballett in ein vom Land gefördertes Staatsballett umzuwandeln, sei ihm sympathisch. Im Übrigen hält es Heidenreich für problematisch, die Eintrittspreise über Gebühr zu erhöhen. Es zeige sich schon jetzt, dass in Duisburg die teuren Karten nicht begehrt sind.

Frank Albrecht (FDP), Vorsitzender des Kulturausschusses, hat bereits in der jüngsten Sitzung des Gremiums gesagt, dass er von einer Ausgliederung des Balletts aus der Rheinoper nichts halte. Er hofft, dass bald auch in Duisburg das Ballett von Martin Schläpfer so gut angenommen wird wie in Düssseldorf.

(RP)