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Duisburg: Ballett-Frage bleibt offen

Duisburg : Ballett-Frage bleibt offen

Bei der Rheinoper zeigte sich gestern eine gewisse Erleichterung, dass der Duisburger Stadtrat wie erwartet entschieden hat, die Opernehe nicht zu kündigen. Wie allerdings gespart werden soll, ist noch Verhandlungssache.

Mit einer gewissen Erleichterung hat man bei der Deutschen Oper am Rhein zur Kenntnis genommen, dass die Opernehe zwischen Düsseldorf und Duisburg nach dem jüngsten Mehrheitsbeschluss des Duisburger Stadtrates erhalten bleibt. Allerdings will man sich bei der DOR noch nicht festlegen, in welcher Form die beschlossene Zuschuss-Kürzung der Stadt Duisburg um eine Million Euro aufgefangen werden soll.

Wie und an welcher Stelle genau gespart werden soll, werde noch geprüft. Konkret heißt das, dass die Rheinoper selber nach Lösungen suchen wird, wie eine Million Euro entweder eingespart oder möglicherweise erwirtschaftet werden können. Die Ausgliederung des Balletts aus der Rheinoper trifft offenbar weder beim Ensemble noch bei der Opernverwaltung auf Sympathie, auch wenn die Düsseldorfer Stadtspitze schon Sondierungsgespräche mit Köln ins Auge fasst.

Der Geschäftsführende Direktor der Rheinoper, Jochen Grote, hat inzwischen ein umfangreiches Arbeitspapier entwickelt, mit dem belegt werden soll, wie effizient und sparsam an der Rheinoper erwirtschaftet wird. Seine Darstellung trägt den Untertitel "Eine bedrohte Erfolgsgeschichte".

Dabei geht Grote auch auf mögliche Sparmöglichkeiten ein, wobei er stets vor einem Qualitätsverlust der Rheinoper warnt. Wer hofft, von Sponsoren Gelder für die Rheinoper zu bekommen, der müsse auch in der Lage sein, auf die herausragenden Produktionen der Rheinoper hinzuweisen. Man müsse ganz genau mögliche Einsparfelder und deren Konsequenzen analysieren.

Wer beispielsweise die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beendet, weil sie mehr kostet als einbringt, der müsse akzeptieren, dass sich die Rheinoper aus der kulturellen Bildung verabschiedet. Und wer das Opernstudio aufgibt, der müsse hinnehmen, dass es der Rheinoper bald an guten Nachwuchskräften fehlt und dass sie sich sagen lassen muss, sie entziehe sich der Verantwortung gegenüber jungen Erwachsenen.

Grote schlägt positiv vor, alle Syneregie-Effekte, die das Zweistädte-Institut bietet, zu nutzen, das Kartenverkaufssystem weiter zu verbessern und über einen einnahmeträchtige Sommerbespielung in Duisburg, die in Düsseldorf Gewinne von rund 100 000 Euro beschert, nachzudenken. Grote warnt im Übrigen davor, die Eintrittspreise zu stark anzuheben. Die Erfahrung habe gezeigt, dass moderate Erhöhungen nur im Düsseldorfer Haus der Rheinoper zu Ertragssteigerungen geführt haben, in Duisburg aber nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Die Oper darf nicht sterben"

(RP/rl)