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Duisburg: Ballett als Traum vom Fliegen

Duisburg : Ballett als Traum vom Fliegen

Die Deutsche Oper am Rhein übernahm ihren jüngsten Ballettabend "b.08" erfolgreich in ihr Duisburger Haus. Den größten Jubel gab es dabei für den kurzen, aber virtuosen Stafettenlauf "Solo" von Hans van Manen.

Jetzt kann man "b.08", also den jüngsten Ballettabend der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf /Duisburg, auch im Duisburger Theater bewundern, genießen und diskutieren. Wie berichtet, hat der Abend drei Teile, mit vier Choreographien von drei verschiedenen Urhebern.

Utopische Zielrichtung

Ballettdirektor Martin Schläpfer eröffnet den Abend mit seinem eigenen, schon im Jahr 2005 für Mainz entstandenen und dann mit dem "Prix Benois de la Danse", dem wohl wichtigsten Tanzpreis überhaupt ausgezeichneten "Streichquartett", auf die gleichnamige Komposition von Witold Lutoslawski. Kongenial zu dieser Musik wird die Compagnie zum Schwarm und der Begriff "Vogelperspektive" bekommt eine ganz neue Bühnen-Bedeutung. Der menschliche Traum vom Fliegen, was auch mit Freiheit zu tun hat, war ja immer schon eine utopische Zielrichtung des Balletts.

Darauf folgen zwei kurze, dichte Meisterwerke von Hans van Manen. Die ruhige Abschiedsszene "Two" auf die "Berceuse Elégiaque (Des Mannes Wiegenlied am Sarge seiner Mutter)" op. 42 BV 252a von Ferruccio Busoni ist hier ein äußerst eleganter und zutiefst berührender Pas de Deux neuen Stils für Marlúcia do Amaral und Remus Sucheana. Dagegen demonstrieren uns Sonny Locsin, Alexandre Simoes und Maksat Sydykov mit dem Stafettenlauf "Solo" auf die Corrente mit Double (Presto) aus der Partita für Violine solo Nr. 1 h-Moll BWV 1002 von Johann Sebastian Bach die tiefere Bedeutung tänzerischer Virtuosität. Spätestens das muss man erlebt haben, es provozierte den größten Jubel des Abends.

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Bis hierhin kommt die Musik aus den Lautsprechern; doch bei dem in Düsseldorf uraufgeführten neuen Ballett von Martin Schläpfer "Unleashing the Wolf" thront der Komponist und Multi-Instrumentalist Paul Pavey mit auf der Bühne, reagiert vor allem mit den Pauken auch quasi interaktiv auf das Geschehen. Auf Schläpfers durchgehende Choreographie hat seine Kollegin Regina van Berkel streckenweise fast unmerkliche Intermezzi gesetzt.

Archaisch und düster

Das wirkt archaisch und düster, rätselhaft und faszinierend. Ob man darin nun ein uraltes Stammesritual sieht, einen modernen Mythos ohne Mythologie oder was auch immer: Man schaut gebannt hin, zumal aus der vielgestaltigen Gruppe immer wieder Persönlichkeiten hervorstechen, wie zum Beispiel die Tänzerin Camille Andriot.

(RP)