Duisburg: Bahn verspricht Sprechstunden zum RRX

Duisburg : Bahn verspricht Sprechstunden zum RRX

Im Mai soll die Schallschutzuntersuchung fertig sein. Planung liegt drei Jahre im Verzug. Eine Angermunder Initiative protestiert.

Die Schallschutzuntersuchung für den RRX soll im Mai fertig sein, auch die Umweltverträglichkeitsstudie - "wir sind jetzt auf der Zielgeraden", fasst Michael Kolle die Situation zusammen. Der Projektleiter Rhein-Ruhr-Express bei der DB Netz AG informierte jetzt die Mitglieder der Bezirksvertretung Süd über den Stand der Dinge beim Schienenprojekt der Zukunft. Einer Zukunft, die allmählich Gestalt annimmt, wenn auch bislang eher theoretischer Natur.

Ende des Jahres will die DB die Pläne einreichen für jenen Streckenabschnitt, der durch den Duisburger Süden führt: also von Rahm bis zur Haltestelle Im Schlenk. Drei Jahre später, also Ende 2021, könnten die Bauarbeiten beginnen. Solange dürfte das Verfahren beim Eisenbahnbundesamt mindestens dauern, schätzt Kolle.

Mehr Fahrt aufnehmen kann das Verfahren jetzt unter anderem, weil der Rat der Stadt Düsseldorf sich gegen die von der Bürgerinitiative Angermund gewünschte Tunnel-Variante entschieden hat. Die hätte zwar mehr Lärmschutz bedeutet, aber auch deutlich höhere Kosten verursacht. Der Streit in Angermund hat das Projekt RRX auch ohne Tunnel verzögert. Kolle sagt: "Wir haben drei Jahre verloren."

Im Duisburger Süden dürfte es keine solche Verzögerung geben. Zwar gibt es auch hier Kritik an den Lärmschutzplänen der Bahn, allerdings keinen organisierten Widerstand in Form einer Bürgerinitiative wie in der Nachbarstadt. Und Kolle verspricht: "Wo gebaut wird, wird es deutlich leiser als heute." Wo nicht gebaut wird, werde es jedenfalls nicht lauter. Geplant sind Bürgersprechstunden, in denen "wohnungsscharf", wie Kolle verspricht, die Anwohner über den zu erwartenden Lärmpegel in ihrem Zuhause informiert werden.

In die RRX-Planungen einbezogen hat die Bahn die von der Duisburger Politik beschlossene Südtangente. "Für die Südtangente laufen die Grundstücksverhandlungen", informiert Bezirksmanager Friedhelm Klein über den Sachstand.

Von der Südtangente sollen besonders die Firmen im Gewerbegebiet an der Beckerfelder Straße profitieren, die dadurch direkt an die Autobahn angebunden werden. Allerdings gibt es Nebenwirkungen: So verkündete Kolle in der Bezirksvertretung, dass einige Hallen der dort ansässigen Spedition Knauf weichen müssten. Aus der Firma gibt es dafür die Bestätigung: "Alle Hallen müssen weg." Sie werden zurzeit als Lagerfläche, zur Reparatur und als Werkstatt genutzt und auch in Zukunft gebraucht. Für die Firma mit ihren mehr als 40 Mitarbeitern bedeutet das Verfahren Unsicherheit: "Wir hängen mit Neuinvestitionen in der Luft. Wir wissen nichts - außer, dass die Südtangente kommen soll und dass Mordskosten auf uns zukommen", sagt einer, der nicht namentlich zitiert werden möchte.

(moc)
Mehr von RP ONLINE