Duisburg: Baerler Kraftwerksgegner enttäuscht

Duisburg: Baerler Kraftwerksgegner enttäuscht

Baerl Unbefriedigend war für die Bürgerinitiative gegen das von der Firma Mingas geplante Grubengaskraftwerk in Baerl die Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung der Bezirksvertretung Homberg / Ruhrort / Baerl am Donnerstag. Sprecherin Alexandra Erwig bezeichnete es gar als "unverschämt", dass sie auf ihre Fragen keine Antworten bekommen habe.

"Uns auf einen weiteren Termin mit Umweltdezernent Dr. Greulich zu vertrösten war dann der Gipfel", so Erwig. "Warum waren keine Vertreter der einzelnen Dezernate vor Ort? Was ist das für eine Bürgerfragestunde, wenn keiner vor Ort ist, der die Fragen beantworten kann und will?"

Die Firma Mingas will wie berichtet auf dem Gelände an der Schulstraße 40 einen Bohrturm errichten und dort Grubengas absaugen. Dieses soll rund 200 Meter weiter im Binsheimer Feld in einem Blockheizkraftwerk in Strom umgewandelt werden. Die Baerler sträuben sich gegen dieses Vorhaben und werfen der Stadt mangelnde Rückendeckung vor.

Alexandra Erwig und Thomas Balitzki-Schulze hatten im Vorfeld der Einwohnerfragestunde mehrere Fragen eingereicht und um Beantwortung gebeten. Unter anderem hatten sie bemängelt, dass von der Stadt bereits abgegebene Stellungnahmen auf nicht mehr zutreffenden Antragsunterlagen beruhen und um eine Korrektur dieser Stellungnahmen gebeten. Die Antwort der Verwaltung: Die Stadt könne das nicht tun, solange es keine neuen Antragsunterlagen gebe.

Warten auf schriftliche Antwort

Balitzki-Schulze brachte in der Einwohnerfragestunde zudem die Wohnbebauung ins Spiel. Die Stadt, betonte er, habe argumentiert, dass das Vorhaben von Mingas mit dem Bebauungsplan vereinbar sei. "Darauf sind aber Wohnhäuser geplant, die rund um den geplanten Bohrschacht liegen. In einem 25-Meter-Radius um den Schacht dürfen aber aber gar keine Häuser gebaut werden, weil dieser nie wieder komplett verschlossen werden und auch nach der Bohrung immer Gas austreten kann", so Balitzki-Schulze. Darauf konnte Bezirksamtsleiter Jürgen Scherhag "aus fachlicher Sicht" keine Antwort geben. Die Frage würde schriftlich beantwortet. "Da können wir dann wieder ein Jahr drauf warten", so Erwig sarkastisch.

Zumindest die Bezirksvertreter haben ein Signal gesetzt und gemeinsam einen Antrag formuliert, in dem Mingas dazu aufgefordert wird, die Pläne zurückzuziehen und auf das Projekt am Ortsrand von Baerl zu verzichten. Erwig und Balitzki-Schulze nahmen das mit "Genugtuung" zur Kenntnis.

(RP)