Baby Mia: Die Mutter von dem getötetem Kind stammt aus Raum Duisburg

Getöteter Säugling : Mutter von Baby „Mia“ stammt aus dem Raum Duisburg

Gut ein Jahr, nachdem die Leiche des von der Polizei „Mia“ getauften Säuglings in einer Altkleider-Sortieranlage im polnischen Kielce gefunden wurde, hat die Polizei wieder eine heiße Spur. Eine Isotopenanalyse verrät, dass die Mutter aus dem Raum Duisburg stammt.

Fast genau ein Jahr nach dem grausigen Fund im polnischen Städtchen Kielce geht die Duisburger Polizei im Fall „Mia“ einer neuen heißen Spur nach. „Uns liegen inzwischen die Ergebnisse der Isotopenanalyse vor“, sagt Polizeisprecherin Jacqueline Grahl. „Deren Zusammensetzung beweist, dass die Mutter des getöteten Säuglings aus dem Großraum Duisburg stammt.“ Diese Erkenntnis sei für die Polizei bedeutend. „Das heißt für uns, dass wir unsere Anstrengungen jetzt noch einmal deutlich intensivieren können.“

Der getötete Säugling war Mitte November in einer Altkleider-Sortieranlage in Polen gefunden worden. Relativ schnell war klar, dass das Mädchen in einem Container aus Duisburg nach Polen gekommen sein musste. Die Ermittlungen in Duisburg führten dann aber immer wieder ins Leere. Ein Hinweis führte die Ermittler beispielsweise auf die Spur zu einer Frau, bei der eine weitere Babyleiche gefunden wurde. Die Ermittler waren zwischenzeitlich sehr zuversichtlich, den Fall gelöst zu haben. Doch nach einigen Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Frau mit Mia nichts zu tun hatte. Gegen sie lief bis vor kurzem ein Verfahren vor dem Duisburger Landgericht.

Die Polizei musste danach mehr oder weniger wieder von vorne anfangen. Für Schlagzeilen sorgte später noch ein beim Baby gefundener Waschhandschuh, der darauf hinwies, dass die Mutter aus dem bulgarischen Kulturkreis stammt. Weitere entscheidende Hinweise ergaben sich durch diese Erkenntnis aber bislang noch nicht.

Der Fall geht den Duisburger Ermittlern sehr nahe. Das sagte vor kurzem Arno Eich, Leiter der Duisburger Mordkommission unserer Redaktion in einem Interview. Um das Kind aus der Anonymität zu holen, hatten die Duisburger Polizisten es auf den Namen „Mia“ getauft und Mitte Januar auf dem Trompeter Friedhof beigesetzt.

Um zum Jahrestag von Mias Tod noch einmal auf den Fall aufmerksam zu machen, hat die Duisburger Polizei eine für die Behörde bis dato einmalige Social-Media Kampagne gestartet. In mehreren Facebook-Videos lässt die Polizei Ermittler und Experten zu dem Fall zu Wort kommen und bittet um neue Hinweise. „Die Botschaft ist: Wir geben nicht auf, bis wir die Mutter ermittelt haben“, sagt Jacqueline Grahl. „Auch, um sie vor sich selbst zu schützen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Mütter, die eines ihrer Kinder töten, auch bei weiteren Geburten dazu bereit sind.“

Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0203 2800 entgegen. Aber auch über Facebook oder per E-Mail werden die Ermittler erreichbar sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Beerdigung von Baby „Mia“ in Duisburg

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