Duisburg: Awo-Zentrum wird 40 Jahre alt

Duisburg : Awo-Zentrum wird 40 Jahre alt

Bei der Feier des Seniorenzentrums an der Karl-Jarres-Straße mit Bauernmarkt blickten die Mitarbeiter und die Bewohner zurück auf die Anfänge der Institution.

Live-Musik, eine Popcorn-Maschine, Tombola und viele kleine Verkaufsstände - auf dem herbstlichen Bauernmarkt gibt es für die Bewohner und Mitarbeiter des Awo-Seniorenzentrums an der Karl-Jarres-Straße nicht nur viel zu erleben, sondern auch zu feiern. Denn die Einrichtung zelebriert ihr 40-jähriges Bestehen.

Mitarbeiterin Karin Steger-Gartmann ist seit dem ersten Tag mit dabei: "Wir haben hier damals knapp drei Monate lang geputzt, daher kenne ich hier jede Fuge ohne Verkleidung", sagt sie lachend. Zunächst war die Einrichtung jedoch nicht als ein Seniorenzentrum geplant. "Damals wurde das Haus als Seniorenhotel konzipiert. Die Intention dahinter war, Erholung zu schaffen", erklärt Normen Dorloff, Geschäftsführer der Awo-Seniorendienste Niederrhein, "der Gedanke von einem Hotel ist aber bis heute geblieben." Auch die "luxuriösen Zimmer" mit einer Küchenzeile, einem Balkon und großen Fenstern sind noch vorhanden. "Die Zimmer sind sehr sauber und groß. Ich konnte fast alle Möbel aus meinem alten Wohnzimmer hierhin mitnehmen", sagt Bewohnerin Ursula Miklowait stolz, die sich in ihrem "neuen zu Hause" sehr wohlfühlt. Ein Schwimmbad und ein Gymnastikraum, sowie Fußpflege und einen Frisörsalon für die vielen Damen des Hauses gibt es in dem Seniorenzentrum ebenfalls.

Rückblickend auf die vergangenen 40 Jahre fällt Einrichtungsleiterin Petra Ferber vor allem eins auf: "Die Klientel hat sich stark verändert. Früher sind die Menschen zu uns gekommen, wenn sie wollten oder der Partner verstorben ist. Heute kommen sie, wenn zu Hause nichts mehr geht und die Senioren pflegebedürftig oder demenzkrank sind." Grund für diesen Wandel sei die Einführung der Pflegeversicherung. "Das war notwendig, aber trotzdem kam damit der Einbruch", findet Dorloff und Steger-Gartmann erinnert sich:"Der Kontakt zu den Bewohnern war davor viel intensiver, weil sie nicht pflegebedürftig waren. Sie sind abends noch zum Essen heruntergekommen und ohne Stempeluhr sind die Mitarbeiter auch mal länger geblieben."

Größere Ausflüge wie MSV-Besuche seien heute nicht nur aufgrund der Pflegebedürftigkeit, sondern auch versicherungstechnisch nicht mehr möglich. "Aber wir bieten immer noch dasselbe an, nur eben drinnen", erklärt Dorloff. Ferber ergänzt: "Wir hatten hier im Haus auch schon Tiere und standen mit dem Esel Jonathan im Aufzug. Und die Fußball-Weltmeisterschaft haben wir hier auch schon gemeinsam geschaut." Die Gerichte für die Bewohner seien ebenfalls abwechslungsreich und zeitgemäß: "Pizzaabende und Burger haben wir hier natürlich auch", sagt Ferber. Innerhalb der vergangenen 40 Jahre haben sich aber auch die Ansprüche der Bewohner geändert. Gefragt sind nun WLAN-Anschlüsse. "Teilweise wohnen die Familien weit weg und dann skypen die Bewohner auch mal", so Normen Dorloff, "wir arbeiten aber auch mit Google Maps und gehen mit den Bewohnern virtuell zu ihren alten Wohnorten zurück."

(RP)
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