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Duisburg: Auszeichnung für innovative Pflege

Duisburg : Auszeichnung für innovative Pflege

Der ambulante Pflegedienst Alpha des Sozialwerks St. Georg ist von der Jury des bundesweiten Wettbewerbs "Land der Ideen" für die innovative Einbindung von technischen Unterstützungssystemen ausgezeichnet worden.

Der ambulante Pflegedienst Alpha gGmbH des Sozialwerks St. Georg wurde mit dem Preis "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" ausgezeichnet und ist damit jetzt einer der 100 Preisträger des bundesweiten und von der Deutschen Bank geförderten Wettbewerbs. Die Hochheider Einrichtung überzeugte die Jury mit ihrer "innovativen Assistenz für Menschen mit Demenz" — technischen Systemen, die Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen in ihrem häuslichen Umfeld oder den ambulanten Wohngemeinschaften von Alpha in ihrem alltäglichen Leben unterstützen.

Wolfgang Schlieper, Leiter Marktgebiet Ruhrgebiet-West der Deutschen Bank und Uli Quaas, Repräsentant der "Initiative Deutschland — Land der Ideen", überreichten Alpha-Geschäftsführerin Heike Perszewski stellvertretend für alle Mitarbeiter im Gemeindezentrum der Liebfrauenkirche in Hochheide einen Pokal und eine Urkunde. "Das Sozialwerk hilft den Bewohnern innovativ und alltagsnah", lobte Schlieper.

In enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Neudorf entwickelte Alpha Systeme, die den von der Einrichtung betreuten Menschen dabei helfen, Sicherheit und Struktur im alltäglichen Leben zu erfahren. Eines dieser Assistenzsysteme ist das "Sandmann 2.0", das im Rahmen der Preisverleihung ausführlich in einem Film vorgestellt wurde. Es handelt sich dabei um ein Bettsensorsystem, das den Schlaf der Bewohner überwacht; es soll speziell Menschen helfen, deren Tag-Nacht-Rhythmus gestört ist. Davon sind gerade an Demenz Erkrankte betroffen. Während der Schlafenszeit werden laufend Herzfrequenz, Schlaftiefe und Bewegungen des Patienten erfasst. Die Mitarbeiter der Alpha-Einrichtung bekommen diese Daten auf ihr iPhone geschickt, um den Rhythmus zu analysieren und bei Unregelmäßigkeiten schnell helfen zu können. Um den Bewohnern bestmöglichen Schlafkomfort bieten zu können, ist keine Verkabelung mit dem Körper nötig. Das System ist so einfach gehalten, dass eine Installation im Bett der Betreuten durch die Alpha-Mitarbeiter jederzeit möglich ist.

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Außerdem wurden die drei ambulanten Wohngemeinschaften, die jeweils sieben Menschen Platz bieten, mit Türkontakten, Sensoren an Schränken und Kühlschränken, Bettlichtern und automatischer Herdabschaltung ausgestattet. Welche Wohngemeinschaft wie ausgerüstet wird, ermittelt Alpha anhand des persönlichen Bedarfs der Menschen. Wolfgang Meyer vom Vorstand des Sozialwerks St. Georg hob die Wichtigkeit dieses Aspektes hervor: "Technik soll nicht stören oder diskriminieren, sondern assistieren. Es kommt nur zum Einsatz, was die Bewohner nachfragen und tolerieren", sagte er. Deshalb ermitteln die Alltagsbegleiter des ambulanten Dienstes den individuellen Bedarf, um gezielt Lösungen zu einer Verbesserung der Lebensqualität anbieten zu können.

Auf der Bühne berichtete Britta Spallek, die Tochter eines an Demenz erkrankten Mannes, der in einer der Wohngemeinschaften lebt, über ihre bisherigen Erfahrungen: "Es war total beruhigend für mich, dass ihm jemand Sicherheit gibt. Die technische Hilfe ist eine große Erleichterung", sagte sie. Durch den Sensor an der Haustür wisse sie immer, dass ihr Vater wieder wohlbehalten in der Wohnung angekommen ist.

(RP)